Aufstallungspflicht

Hühner müssen drinnen bleiben

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Erding – Für alle Geflügelhalter in Bayern gilt seit Freitag Aufstallungspflicht. Die Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung der Vogelgrippe betrifft auch Geflügelmärkte. Der traditionelle Markt in Langengeisling kann allerdings stattfinden.

Noch ist der Landkreis Erding verschont. Aber rund herum gibt es schon Vogelgrippe-Fälle der hochansteckenden Variante H5N8 – in direkter Nachbarschaft in den Kreisen Freising und Landshut. So hat ein Spaziergänger in der vergangenen Woche sechs tote Wildenten am großen Ausgleichsweiher des Mittleren Isarkanals bei Moosburg gefunden. Sie waren an Vogelgrippe verendet. Um die Ausbreitung der Seuche möglichst zu unterbinden, gilt seit Freitag für alle Geflügelhalter in Bayern eine Aufstallungspflicht.

Das Veterinäramt Erding hat am Montag eine detaillierte Verfügung dazu erlassen. Im Landkreis sind laut Landratsamt 853 Geflügelhalter davon betroffen.

Grundsätzlich sind auch Geflügelmärkte unter freiem Himmel verboten. Der Tauben- und Kleintiermarkt in Langengeisling kann allerdings stattfinden. „Ich habe die Genehmigung vom Veterinäramt“, berichtet Martin Götz, Vorsitzender des Tauben- und Kleintierzüchtervereins Langengeisling. Der ehemalige Stall des Pfanzelt-Anwesens ist hier der entscheidende Vorteil. Dort müssen beim nächsten Markt am Sonntag nun alle Verkäufer von Hühnern, Enten und Gänsen hinein. Hasen und Tauben dürfen allerdings weiter draußen verkauft werden.

Eine Einschränkung hat Götz aber: Nur Verkäufer aus dem Landkreis Erding sind zugelassen. „Das sind dann schon einige weniger“, erzählt der Plieninger. Mit diesem Kompromiss könnten die Veranstalter gut leben, meint er. Bei der Vogelgrippe-Epidemie 2009 musste der Markt mehrere Monate lang ausfallen. „Hoff ma, dass ma verschont bleiben. Der Vogelzug ist ja schon weitgehend vorbei“, sagt der Vorsitzende.

Die Geflügelhalter haben bereits jetzt Einschränkungen. Wie groß die Probleme sind, hängt auch von der Art der Haltung ab. Siegfried Billesberger aus Moosinning lässt die 450 Legehennen auf seinem Biobetrieb sonst das ganze Jahr ins Freie. Jetzt muss er sie in die beiden mobilen Ställe einsperren. „Das ist schon schwierig“, sagt er, auch wenn die Ställe nach dem Biostandard großzügig seien. Denn Landwirte mit festen Stallgebäuden hätten davor häufig überdachte Ausläufe, „wir aber nicht“. Für Billesberger sind diese Vorsichtsmaßnahmen aber eine Selbstverständlichkeit. „Wir haben die Hühner schon ein paar Tage vorher nicht rausgelassen“, erzählt er. Schließlich dürfe sich die Seuche nicht verbreiten.

Eier Braun in Sonnendorf bei Inning am Holz denkt da in größeren Dimensionen. Josef Braun hält an mehreren Standorten zigtausende Hühner – „einige tausend“, so sagt er, auch in Freilandhaltung. Für Braun bedeutet die Aufstallungspflicht vorerst keinen großen Einschnitt. „Wir haben einen richtigen Wintergarten, wo sich die Hühner aufhalten können“, berichtet er. Nun müsse dieser überdachte Bereich halt geschlossen gehalten werden.

„Einweg-Schutzanzüge haben wir sowieso an“, sagt Braun. Und Schuhe wechseln beim Gang von einem Stall in den anderen sei auch Standard. „Diese Vorsichtsmaßnahmen muss man immer treffen“, erklärt der Landwirt.

Timo Aichele

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