+
Wo der Biber unterwegs ist, sind solche Bilder nicht selten – hier etwa an der Isen zwischen Dorfen und Oberdorfen. 

Hunderte Tiere im Landkreis 

Der Biber-Bestand ist „rapide angestiegen“

  • schließen

Der Biber ist auch im Landkreis auf dem Vormarsch. Der Bestand sei „rapide angestiegen“, sagt das Landratsamt.

Landkreis – Eigentlich sieht er ganz putzig aus mit seinen Knopfaugen und dem glänzenden Fell. Doch der Biber spaltet die Gemüter. Europas größter Nager frisst Nutzpflanzen wie Getreide und Mais, untergräbt Wiesen, fällt Bäume. Rund 20 000 Tiere gibt es in ganz Bayern, etwa 400 wurden vor einigen Jahren im Landkreis gezählt. „Konkrete Zahlen gibt es jedoch nicht, da keine flächendeckende Biberkartierung vorliegt“, erklärt Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Erdinger Landratsamts, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Doch auch ohne genaue Zahlen gebe es Anhaltspunkte, aus denen man schließen könne,dass der Biber flächendeckend im Landkreis vorkommt – und dass der Bestand „rapide angestiegen“ ist: Meldungen über Biberkonflikte etwa, ebenso wie Schäden und die Verteilung der genehmigten Zugriffsmaßnahmen geben Aufschluss darüber. Letztere finden laut Fiebrandt-Kirmeyer schwerpunktmäßig in den nördlichen Gemeinden statt, vor allem in Eitting.

Nicht selten sorgen die Nager für Ärger und Konflikte. Um sie zu entschärfen, hat das Landratsamt vor einigen Jahren sogenannte Biberberater engagiert. Alfred Baumgartner, Rudolf Erlacher und Peter Sollnberger sind die Ansprechpartner bei Fragen rund um den Castor fiber, so der lateinische Name des Nagers. „Sie informieren und beraten die Betroffenen, sie unterstützen bei Präventivmaßnahmen, nehmen Schäden auf und führen teilweise die Zugriffsmaßnahmen durch. Außerdem berichten sie dem Landratsamt von der Situation vor Ort“, erklärt Fiebrandt-Kirmeyer das Aufgabenfeld der Ehrenamtlichen.

Der Biber ist gemäß Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Dennoch werden laut der Behördensprecherin regelmäßig Genehmigungen zum Lebendfang und Direktabschuss erteilt. Diese gibt’s aber nur, „soweit erhebliche land- oder forstwirtschaftliche sowie wirtschaftliche Schäden drohen oder entstanden sind oder die öffentliche Sicherheit oder Gesundheit von Menschen gefährdet ist“. Dies sei etwa in Kläranlagen der Fall, bei größeren Aufstauungen an landwirtschaftlichen Flächen oder an öffentlichen Straßen.

Letzteres plagte zum Beispiel vor eineinhalb Jahren die Gemeinde Moosinning. Am Zengergraben in Eichenried trieb mindestens ein Biber sein Unwesen. Die Bauten hatte er an mehreren Stellen unter den Radweg zwischen Zengermoos und Goldach gegraben. Mitarbeiter des Bauhofs waren bei ihren Kontrollfahrten bereits mehrfach mit dem Bauhoffahrzeug eingebrochen.

26 Biber wurden zwischen September vergangenen Jahres und 31. März 2017 in der Lebendfalle gefangen. „Es gibt keine Fälle, in denen Tiere abgegeben wurden, da andernorts keine Bereitschaft besteht, diese anzunehmen“, erklärt Fiebrandt-Kirmeyer. Somit müssten die Tiere getötet werden.

Land-, Forst- und Teichwirte, denen der Biber Schaden verursacht hat, werden dafür übrigens vom Freistaat entschädigt. Er hat eigens einen Biberfonds eingerichtet. Bayernweit stehen dafür 450 000 Euro zur Verfügung. Zu wenig, findet der Bayerische Bauernverband, denn nach aktuellen Zahlen des Umweltministeriums waren im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von insgesamt gut 610 000 Euro gemeldet worden. Fiebrandt-Kirmeyer hat die Zahlen für den Landkreis Erding: 2016 wurden Schäden in Höhe von insgesamt 9190 Euro registriert (2015: 5399 Euro, 2014: 10 066 Euro, 2013: 11 647 Euro). 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach dem Sturm kommt der Borkenkäfer
Der Sturm hat Freitagnacht in den Wäldern nur geringe Schäden angerichtet. Forstexperten blicken aber mit Sorge auf die kommenden heißen Tage.
Nach dem Sturm kommt der Borkenkäfer
14 000 Euro Sachschaden
Ein Mercedes GLE wurde bei einem Unfall in Aufhausen demoliert.
14 000 Euro Sachschaden
Schokoladige Stunden im Stadel
Süßigkeiten selber machen - ein Kindertraum wurde für  die jungen Teilnehmer  einer Ferienaktion im Reisener Stadel wahr. Schon während des Schokoladengießens wurde viel …
Schokoladige Stunden im Stadel
Geburtstagsgrillen bringt 400 Euro für den Weißen Ring ein
400 Euro für den Weißen Ring sind beim Charity-Grillen der SPD Finsing zusammengekommen.
Geburtstagsgrillen bringt 400 Euro für den Weißen Ring ein

Kommentare