Gerührt nahm Eva Kolenda die Blumen zur Ernennung zur Ehrenvorsitzenden der SPD in Erding entgegen. Willi Scheib dankte ihr im Namen des Ortsvereins.
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Gerührt nahm Eva Kolenda die Blumen zur Ernennung zur Ehrenvorsitzenden der SPD in Erding entgegen. Willi Scheib dankte ihr im Namen des Ortsvereins.

„Ich war von Anfang an Opposition“

SPD Erding ernennt Eva Kolenda zur Ehrenvorsitzenden

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Eva Kolenda, 78, ist vielfältig engagiert. Nun wurde die Sozialdemokratin zur Ehrenvorsitzenden des SPD-Ortsverbands ernannt.

Erding – Sie ist die große Dame der Erdinger Sozialdemokratie: Eva Kolenda. Die 78-Jährige wurde in der Hauptversammlung offiziell und unter dem lebhaften Beifall vor allem der vielen jungen Mitglieder, die gekommen waren, zur Ehrenvorsitzenden des Ortsverbands ernannt.

Kolenda engagiert sich seit Jahrzehnten in Erding – und bald steht die nächste Auszeichnung an: Dann ist sie 50 Jahre Parteimitglied. Am 1. Januar 1971 nämlich war Kolenda in die SPD eingetreten. Damals hatte sie als Bürokraft in dem Unternehmen gearbeitet, in dem auch Willi Scheib tätig war. Nach einem Jahr sei sie schon im Vorstand gewesen, so Scheib in seiner kurzen Laudatio.

Sie habe die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) aufgebaut, sei später etliche Jahre Vorsitzende des SPD-Ortsvereins gewesen und volle 24 Jahre lang Mitglied des Erdinger Stadtrats (1990-2014), zuletzt Dritte Bürgermeisterin. So habe sie stets einen ausgezeichneten Kontakt zur Stadtverwaltung gepflegt. Die Stadt Erding würdigte Kolenda bereits vor vier Jahren und verlieh ihr die Goldene Stadtmedaille. Maximal zehn lebende Personen sind mit dieser seltenen Auszeichnung dekoriert.

Kolendas großes Engagement gilt außerdem dem örtlichen Mieterverein, dessen Vorsitzende sie seit Jahrzehnten ist. Erding verdanke ihr letztlich den qualifizierten Mietspiegel, erklärte Scheib. Kolendas Amt als Aufsichtsratsvorsitzende der Baugenossenschaft Erding nannte er „nicht vergnügungssteuerpflichtig“.

Die Geehrte selbst reagierte gerührt auf so viel Lob. „Ich war von Anfang an Opposition“, bekannte sie. Ihr Beitritt zur Partei sei belächelt worden. „Du spinnst!“, habe man ihr gesagt. „Wenn du in Bayern was werden willst, musst du zur CSU gehen.“ Sie habe sich nicht daran gehalten. Und Kolenda wurde noch einmal leidenschaftlich, als es um den Kampf gegen Ultrarechts ging, der für sie wieder an Aktualität gewonnen hat: „Unsere Jugendlichen können nichts dafür, was in der Nazizeit passiert ist. Aber sie müssen es wissen. Sie dürfen es nicht vergessen.“

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