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Die Fachbegriffe waren anfangs für Hildegard Bombeccari das größte Problem.

IHK-Abschlussprüfungen

Azubi aus Italien: Deutsch ist die Hürde

Wie sich herausstellt ist Deutsch eine große Herausforderung, für ausländische Azubis. Warum es für die Italienerin Hildegard Bombeccari besonders schwer ist erzählt sie uns in einem Interview.

Erding– 230 Azubis im Landkreis sind im Stress. Sie stecken mittenin ihren IHK-Abschlussprüfungen. Eine von ihnen ist Hildegard Bombeccari. Die 23-Jährige lernt bei Huber Technik in Erding den Beruf der Kauffrau für Büromanagement und hat eine besondere Schwierigkeit zu meistern: die deutsche Sprache. Als Italienerin ist sie deswegen sowohl im Berufsalltag als auch bei den Tests besonders gefordert. Im Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen.

-Ist Ihre Ausbildung anspruchsvoll?

Hildegard Bombeccari:Anfangs war es für mich aufgrund der Sprache etwas anstrengend. Ich musste mir eine komplett neue Sprache aneignen, die viele Fachbegriffe mit sich brachte. Anfangs hatte ich beim Telefonieren einige Probleme, da ich meist nicht verstand, was die Kunden eigentlich von mir wollten. Folglich konnte ich meinen Kollegen keine richtigen Informationen weitergeben. Mit der Zeit ist jedoch alles leichter geworden. Mittlerweile kann ich mit meinen Kollegen gemeinsam Entscheidungen treffen, darüber bin ich sehr glücklich.

-Wie erging es Ihnen bisher in der Berufsschule?

Bombeccari:Anfangs war ich im Nachteil, da ich im Gegensatz zu meinen Schülern zusätzlich eine neue Sprache erlernen musste. Jedoch hatte ich die Möglichkeit auf der Berufsschule meine Deutschkenntnisse zu verbessern und auszubauen.

-Wie geht es mit den Prüfungen?

Bombeccari:Seit zwei Monaten bereite ich mich schon vor. Meine freie Zeit nutze ich vor allem zum Lernen. Ich hatte bereits meine erste Prüfung im Bereich Kunden-Beziehungsprozess, sowie in Wirtschaft und Sozialkunde. Mit der deutschen Sprachen sind mir zusätzliche Hindernisse in den Weg gestellt worden. Während meine Klassenkameraden sich sozusagen nur auf die Prüfungen vorbereiten, muss ich noch zusätzlich mit schwierigen deutschen Fachbegriffen zurechtkommen.

-Wie kamen Sie auf diesen Beruf?

Bombeccari:Es ist etwas kompliziert bei mir. Ich komme ursprünglich aus Italien und bin nun seit drei Jahren in Deutschland. Im Rahmen eines Projekts des Rotary Clubs gab man Jugendlichen aus Italien die Chance, einen Ausbildungsplatz in Deutschland zu ergattern. Wir waren 17 Jugendliche, die ihre Wünsche für einen bestimmten Beruf äußern konnten. Mir war schon immer klar, dass ich mich in die Richtung der Verwaltungsberufe bewegen möchte.

-Und wie ist die Arbeit?

Bombeccari:Dieser Beruf gefällt mir sehr. Es öffnet mir viele Türen für meinen beruflichen Werdegang. Außerdem gibt es viele Aufstiegschancen sowie Möglichkeiten zur Weiterbildung. Mit dieser Ausbildung habe ich auch außerdem mehr Chancen auf einen festen Arbeitsplatz in Italien.“

-Was gehört zur Ihren Tätigkeiten?

Bombeccari:Hauptsächlich Auftragsentwicklung, Kundenbetreuung, Erstellung von Rechnungen, Buchhaltung.

-Mussten Sie im Laufe ihrer Ausbildung auch einfache Arbeiten erledigen?

Bombeccari: Hin und wieder habe ich ein bisschen aufgeräumt oder auch Kaffee gekocht. So etwas gehört meiner Meinung nach auch dazu, jedoch war das bei mir nicht so oft der Fall,

-Was sollen Sie danach machen?

Bombeccari:Ich bin mir noch nicht so sicher. Ich habe vor, mich im Bereich Vertrieb oder Buchhaltung zu spezialisieren. Eventuell gehe ich zurück nach Italien und setze dort fort, was ich hier begonnen habe. Meine Ausbildung, die ich hier in Deutschland absolvieren werden, hat einen hohen Wert in Italien.

Das Gespräch führte Edona Bresilla.

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