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Die Betriebe im Erdinger Land können hunderte Ausbildungsplätze nicht besetzen.

Industrie- und Handelskammer: Noch über 350 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Erding

Viel mehr Lehrstellen als Bewerber

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Die Lage spitzt sich zu. Nach den Sommerferien beginnt auch das neue Ausbildungsjahr. Und schon jetzt steht fest: Hunderte Lehrstellen werden nicht besetzt werden können. Davor warnt die Industrie- und Handelskammer (IHK).

Erding - „Für die Betriebe im Landkreis Erding ist es auch dieses Jahr eine große Herausforderung, ihre Ausbildungsplätze mit ausreichend Azubis zu besetzen“, beklagt Vorsitzender Otto Heinz. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind allein im Landkreis nach wie vor 350 Ausbildungsplätze frei. Es gibt deutlich mehr Stellen als Bewerber. Denn diesen 350 Stellen stehen laut Arbeitsamt lediglich 90 Schulabgänger gegenüber, die noch auf der Suche nach einem Beruf sind.

„Die Betriebe stehen vor einem Dilemma, denn der Arbeitsmarkt ist wie leer gefegt“, sagt Heinz. Deshalb werde der Fokus nun erst recht auf die duale Berufsausbildung mit Betrieben und Berufsschule gelegt. Mit über 700 gemeldeten Ausbildungsplätzen sei das Angebot wieder sehr groß, sagt der IHK-Vorsitzende.

Er empfiehlt Eltern und Schülern, sich frühzeitig über die Chancen, die eine Berufsausbildung bietet, zu informieren und nicht um jeden Preis auf ein Studium zu setzen. „Mit einer erfolgreichen Ausbildung in der Tasche stehen der beruflichen Zukunft alle Wege offen. Wer bis jetzt noch keinen Erfolg mit einer Bewerbung hatte, muss weiter dranbleiben. Es ist noch nicht zu spät, um im September mit einer Ausbildung durchzustarten.“

Heinz spricht aber nicht nur die Schulabgänger an. „Egal in welchem Alter oder Lebensabschnitt, eine duale Berufsausbildung kann auch einen ausgezeichneten beruflichen Neustart ermöglichen. Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Umbrüche, die von uns zunehmend die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen einfordert. Beruflich neu anzufangen, ist also keine Frage des Alters, sondern des Muts, der Neugierde und des Willens“, so der Unternehmer aus Moosburg.

Was ihn optimistisch stimmt: „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Studienanfänger bayernweit gesunken – bei einem gleichzeitigen Azubi-Plus in Bayerns Betrieben.“ Das Umdenken in der Gesellschaft verbunden mit mehr Wertschätzung der beruflichen Ausbildung habe aber erst begonnen.

Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf die gesamte berufliche Bildung. Davon ist der IHK-Bereich im Landkreis mit rund 820 Azubis in 205 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen das Handwerk und freie Berufe.

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