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Bestens betreut werden Hund, Katze und Co. im Erdinger Tierheim in Kirchasch. Dafür sorgen Petra Kleindienst, Isaak Neumaier und Jeanette Moser. 

Einschränkungen in Corona-Zeiten

Im Landkreis Erding: Tiervermittlung nur mit Termin

50 Tiere hat der Tierschutzverein Erding aktuell in seiner Obhut, die meisten davon sind Katzen. In Corona-Zeiten ist die Vermittlung der Tiere nicht einfach. 

VON FRIEDBERT HOLZ

Kirchasch „Wir vermissen unsere Besucher schon sehr und können derzeit kaum Tiere vermitteln.“ So beschreibt Alexandra Wendelken, Vorsitzende des Tierschutzvereins Landkreis Erding, die aktuelle Situation im Tierheim Kirchasch. Dort sind momentan 50 Tiere in Obhut, vorwiegend Katzen.

„Normalerweise haben wir an zwei Tagen pro Woche für Besucher geöffnet. Dann können sich alle, die sich für Tiere interessieren, bei uns umschauen und selbstverständlich ein Tier auch mitnehmen, wenn die Umstände stimmen“, erklärt Wendelken. Diese Laufkundschaft fehle momentan.

Die Vorsitzende steht einem Team vor, das aus zwei Teilzeitkräften, drei geringfügig Beschäftigten und einer jungen Frau aus dem Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) besteht. Sie alle kümmern sich trotz Corona engagiert um die Tiere. Auf dem Tagesplan steht neben der Versorgung mit Futter auch das Saubermachen der Unterkünfte. Zudem müssen manche Tiere in Quarantäne verpflegt werden, wieder andere benötigen Medikamente.

Im November 2013, hat das Tierheim, das nach Franz von Assisi benannt wurde, in Kirchasch seine Pforten geöffnet. Es liegt in direkter Nähe zum Gnadenhof des Tierschutzvereins München und verfügt über eine Fläche von 16 000 Quadratmetern. Dort ist Platz für rund 60 Katzen und Kleintiere, eine Futterküche, Lager, OP-Raum und Quarantänezimmer. Vor zwei Jahren wurde der Bereich für die Hunde in den vorderen Teil des Grundstücks verlegt. Für sie stehen nun vier große Blockhütten und großzügig eingezäunte Ausläufe bereit.

Auch in der Corona-Krise läuft der Betrieb im Tierheim weiter. „Natürlich können wir trotzdem Tiere vermitteln“, sagt Wendelken: „Interessenten können sich auf unserer Homepage über das Angebot informieren und uns telefonisch oder per E-Mail kontaktieren. Dann vereinbaren wir einen Termin für eine Besichtigung und hoffen, dass Tier und Mensch idealerweise gut zusammenfinden“, beschreibt die Vorsitzende das Prozedere. Im Tierheim warten vor allem Katzen auf ein neues Zuhause. „Bald kommt auch sicher wieder eine größere Menge junger Katzen zu uns, die Kitten“, sagt Wendelken.

Im Tierheim warten derzeit nur wenige Hunde auf Vermittlung. Für sie ist Angelika Schöner zuständig. „Ohne Corona hätten wir sicher mehr Hunde, aber durch die Viren-Situation dürfen keine Hunde aus dem Ausland zu uns. Sonst fragen Tierorganisationen aus Griechenland, Spanien oder Osteuropa immer wieder um Hilfe bei uns an“, sagt Schöner.

Vom Corona-Virus befallene Tiere gab es bisher keine im Tierheim, „und wir nehmen auch nur Hunde aus dem Ausland, wenn wir wissen, dass sie gesund und geimpft sind“, betont Schöner. Mit der grundsätzlichen Angst mancher Menschen, von einem Tier angesteckt werden zu können, räumt auch Wendelken auf: „Tiere können sich zwar mit Corona infizieren. Doch die Gefahr, dass sie den Virus auf Menschen übertragen, ist so gut wie ausgeschlossen.“

Weil Personal, Futter und die Unterbringung der Tiere Monat für Monat viel Geld kosten, ist der Tierschutzverein stets auf Spenden angewiesen. Eine Geldquelle, die er momentan nicht wie gewohnt nutzen kann.

Daher hofft das Tierheim auf eine baldige Wiederöffnung. „Dann könnten wir wieder ein paar Veranstaltungen organisieren, um Publikum zu uns zu bringen. Schließlich müssen wir trotz der großen Unterstützung aus der Bevölkerung noch Futter zukaufen, vor allem spezielle Katzennahrung“, erzählt Wendelken.

Der Verein ist froh, dass er von seinen Mitgliedsgemeinden pro Bürger 80 Cent als Zuschuss erhält. „Das sind rund 120 000 Euro im Jahr, mit denen wir vor allem unsere Festkosten bezahlen können“, so die Vorsitzende.

Nicht mit Geld zu bezahlen sind aber jene Kontakte, die zwischen Tieren und Menschen bestehen. „Schließlich“, so Wendelken, „sind beide Gruppen soziale Wesen, die das Zusammenleben nicht nur sehr schätzen, sondern auch brauchen“.

So können Sie helfen: Wer dem Tierschutzverein Landkreis Erding helfen möchte, kann dies mit einer Mitgliedschaft (20 Euro Jahresbeitrag) oder mit einer Spende tun. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.tierschutzverein-erding.de

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