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Reisen auf Rädern: Martha Schmitt aus Erding kann sich nichts Schöneres vorstellen. Mit ihrem Mann Heinrich hat sie gerade Südfrankreich, Portugal und Spanien mit dem Camper erkundet. 

Camping-Urlaub 

Im Wohnmobil die Welt erkunden

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Einen All-Inclusive-Urlaub können sich Martha und Heinrich Schmitt nicht vorstellen. Die Erdinger verreisen lieber mit ihrem Wohnmobil – und damit sind sie nicht alleine: Immer mehr Menschen im Landkreis entscheiden sich für den Urlaub auf Rädern.

Erding Sie sind gerade aus Südfrankreich, Portugal und Spanien zurückgekommen: 7000 Kilometer haben Martha (68) und Heinrich Schmitt (69) aus Erding in vier Wochen mit ihrem Wohnmobil zurückgelegt – und auf nur 18 Quadratmetern gelebt, aber Pensionist Heinrich Schmitt sagt: „Es hätte nicht schöner sein können.“ Immer mehr Menschen entscheiden sich für das Reisen auf Rädern – auch im Landkreis Erding.

In den vergangenen acht Jahren stieg die Zahl der Wohnmobile im Landkreis laut Kraftfahrt-Bundesamt um 290. Das sind sage und schreibe 47,9 Prozent mehr als 2010. Derzeit sind 895 Ferienhäuser auf Rädern im Landkreis angemeldet.

Heinrich Schmitt, ehemals Chemie- und Biologielehrer an der Mädchenrealschule Heilig Blut, kennt die Vorteile eines Wohnmobils und sagt: „Einen All-Inclusive-Urlaub wollen wir uns gar nicht vorstellen.“

Vor sieben Jahren, als die Schmitts in Altersteilzeit waren, kauften sie sich ein eigenes Wohnmobil – Marke „Euromobil“. Vor drei Jahren entschieden sie sich für einen gebrauchten Fendt K 400. Neuwert: 56 000 Euro. „Natürlich investiert man da anfangs schon ein bisschen was, aber das amortisiert sich bereits nach einiger Zeit.“ Ihr fahrbares Hotelzimmer ist sechs Meter lang und 2,20 Meter breit: „Da muss man sich natürlich schon verstehen“, sagt Heini Schmitt: „Aber für mich und meine Frau ist es perfekt.“

Das Schöne für die beiden: „Wir sind einfach komplett unabhängig und können spontan losfahren, ohne etwas vorzubuchen.“ Manchmal entscheiden sie erst zwei Tage zuvor, dass sie aus dem Alltag in Erding ausbrechen wollen. Dann machen sie meistens einen Städtetrip innerhalb Bayerns und packen die Räder mit ein: „Wir waren schon in Regensburg, Erlangen, Augsburg, Weilheim, Rosenheim.“ Und die Liste könnte ewig so weitergehen: „Wahrscheinlich schon in allen bayerischen Städten“, sagt Schmitt.

Urlaub auf nur einem Fleck, das konnten sich seine Frau und er noch nie vorstellen: „Wir waren schon mal eine Woche in Italien, aber das war bei uns immer mehr als nur Badeurlaub. Wir wollten immer auch die Städte und die Gegend erkunden.“

Der große Vorteil mit dem Wohnmobil: Die Schmitts können überall einen Stopp einlegen, wo es ihnen gefällt, und sich beim Reisen Zeit lassen: „Erst letztens haben wir wieder gesehen, wie eine Gruppe Japaner von ihrer Reiseleitung durch eine Kathedrale durchgepeitscht wurde.“ Da reicht es den Schmitts schon wieder. Und der Stressfaktor Autofahren: „Ach, das ist Erholung pur. Wir meiden meistens die Autobahn“, sagt er: „Und fahren so 200 Kilometer am Tag. Das geht schon.“

Auf der vergangenen Reise Richtung Südwesteuropa haben die Pensionisten zuerst eine Kaligrafie-Ausstellung in Südfrankreich besucht. Denn Martha Schmitt, sie war Englisch- und Erdkundelehrerin an der Realschule Taufkirchen, ist Kalligrafin. Danach haben sie sich Städte im Norden Portugals angeschaut, wie Braga, Bragança und Porto. Zum Schluss ging es über Andalusien und Städte wie Sevilla, Córdoba und Toledo zurück nach Erding.

Viel gesehen, aber wenig Entspannung? Für Heinrich Schmitt gilt das nicht: „Wir haben ja alles drin: ein Bett, Dusche, eine Küche. Und wir haben einen Gasanschluss, so dass wir auch warm duschen und kochen können, wenn wir keinen Strom haben.“ Kochen im Urlaub? „Ja, wir gehen schon ab und zu auch mal zum Essen, aber oft kaufen wir einfach in den Läden landestypische Spezialitäten und kochen damit“, erzählt der 69-Jährige. Als Wohnmobil-Reisende sind die Schmitts ein bisschen wie die Einheimischen unterwegs.

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