Industrie- und Handelskammer 

Militärgelände bietet „riesiges Potenzial“

Die Wirtschaft brummt, den Unternehmen geht es gut wie lange nicht. Das kam auch klar zum Ausdruck beim IHK-Regionalausschuss Erding-Freising, der diesmal bei der Firma Printvision in Freising tagte. Sorgen gibt es dennoch: wegen des Fachkräftemangels, der hohen Mieten und Problemen mit der Infrastruktur.

Erding/Freising Die Wirtschaft brummt, den Unternehmen geht es gut wie lange nicht. Das kam auch klar zum Ausdruck beim IHK-Regionalausschuss Erding-Freising, der diesmal bei der Firma Printvision in Freising tagte. Sorgen gibt es dennoch: wegen des Fachkräftemangels, der hohen Mieten und Problemen mit der Infrastruktur.

Man hätte es Jammern auf hohem Niveau nennen können, was die knapp 20 Teilnehmer der IHK-Regionalausschusssitzung da zu beklagen hatten, nach einem Firmenrundgang und Powerpointpräsentationen zum Thema Standortentwicklung. Die Diskussion war von hohen Mieten und Grundstückspreisen, von Verkehrs- und Parkplatzproblemen in der Innenstadt bestimmt.

Im Mittelpunkt standen ein Impulsvortrag vom Leiter Stadtentwicklung im Erdinger Rathaus, Christian Famira-Parcsetich, und eine Einschätzung der Lage des Standortexperten der IHK, Florian Kraus.

Famira-Parcsetich stellte Erding als prosperierende Region dar, die über eine ganze Reihe von Gewerbeflächen und Schwergewichte auf Unternehmerseite verfüge. Als herausragende Beispiele nannte er das Rechenzentrum Amadeus, den Erdinger Weißbräu und die Therme.

Großes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung, aber auch für Wohnen und Freizeit sieht Famira-Parcsetich im 365 Hektar großen Fliegerhorst, einer Fläche, die sich die Stadt unbedingt sichern wolle, wie er deutlich machte. Denn nur Grund, der der Kommune auch gehöre, sei vernünftig zu vermarkten, gab er zu bedenken.

Große Hoffnung setzt er auf die Entlastung der Verkehrsadern, vor allem durch Nordumfahrung, Nordanbindung durch den Fliegerhorst und die B 388-Südostumfahrung.

Als Problem sah Famira-Parcsetich die steigenden Grundstücks- und Mietpreise an. Das verhindere Zuzug und befeuere den Fachkräftemangel, bedauerte er. Noch dazu sei die Entwicklung von Baugebieten in Erding aufgrund von Hochwasserschutzmaßnahmen zuletzt ins Stocken geraten.

Auch Parkplatz- und Verkehrssituation in der Innenstadt machten den Unternehmen zu schaffen, räumte der Stadtentwickler ein. „Die Leute kommen nicht rein“, stellte ein Teilnehmer zur Verkehrsproblematik fest. Autofreie Innenstädte, Fußgängerzonen, das sei alles gut und schön, aber die Kunden wollten nun einmal vor den Geschäften parken, kritisierte er.

Sitzungsleiter Christian Hans Sperrer von der gleichnamigen Freisinger Privat-Bank sprach dieselbe Problematik an. Er forderte, ausreichend Parkraum zu schaffen, etwa in Tiefgaragen im direkten Umfeld der Innenstädte.

Kraus bestätigte die Bedeutung des Fliegerhorsts für die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Erding. Andere Gewerbegebiete hätten eben „nur noch bedingt freie Kapazitäten“, stellte er fest.

Erding befinde sich im Spannungsfeld zwischen Gewerbe- und Industriegebieten auf der einen und gemischten urbanen Gebieten auf der anderen Seite. Die Herausforderung sieht Kraus darin, die bestehenden Flächen so weit als möglich weiterzuentwickeln und in einem zweiten Schritt „das riesige Potenzial“ das der Fliegerhorst bietet, zu nutzen. Alexander Fischer

Rubriklistenbild: © Bauersachs

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