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36 Seiten dick ist der neue Erdinger Seniorenratgeber. Die Neuauflage gefällt nicht allen.

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Seniorenreferentin kritisiert neuen Ratgeber

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Rasch vergriffen war der Seniorenratgeber „In Erding alt werden“. Die Stadt legte die Broschüre jetzt neu auf – und hat dabei die Rechnung ausgerechnet ohne die Seniorenreferentin gemacht. Jutta Harrer ist alles andere als glücklich.

Erding – Auf 36 Seiten listet der Seniorenführer der Stadt Erding vieles auf, was für Senioren relevant ist: Worum kümmern sich das Sozial- und Rentenamt? Welche ambulanten und stationären Betreuungsangebote gibt es? Wer bietet offene Seniorenarbeit an? Welche Ärzte und Apotheken kann ich aufsuchen? Hinzu kommt ein Adressenteil mit Ansprechpartnern und Vereinen.

All das begrüßt die Seniorenreferentin des Stadtrats, Jutta Harrer. Die SPD-Politikerin ist auch erfreut darüber, dass am Rätschenbach Ende März der behindertengerecht sanierte Bürgertreff öffnet, der sich nicht zuletzt an Senioren richtet – auch solche mit kleinerem Geldbeutel. „Sehr erfreulich ist dabei, dass meine Anregung eines offenen Mittagstischs vom BRK als Träger umgesetzt werden kann“, sagt Harrer. Im Beitritt Erdings zur Landesseniorenvertretung Bayerns sieht sie eine weitere „erfreuliche Stärkung“.

Die Neuauflage der Broschüre gefällt der Referentin allerdings weit weniger gut. „Sie kam völlig überraschend“, schreibt Harrer in einer Presseerklärung. Weder der VdK, der wesentliche Informationen zur Barrierefreiheit in Erding beigetragen habe, noch sie selbst hätten Kenntnis davon gehabt.

Seit Sommer 2017 haben sich laut Harrer „Akteure der Seniorenarbeit auf meine Einladung zu einem Runden Tisch Seniorenarbeit in Erding bereits drei Mal getroffen und dabei einen aktuellen Überblick über Angebote für Senioren erarbeitet“. Dies sei auch der Stadt bekannt gewesen. „Leider wurden diese Informationen nicht abgerufen. Somit bleibt festzustellen, dass wesentliche Akteure der Offenen Seniorenarbeit in der Broschüre fehlen.“ Als Beispiele nennt Harrer die Caritas und das BRK.

Zudem hätte sie gerne eine Ergänzung mit Freizeitangeboten zum Beispiel der Sportvereine und der Kreismusikschule aufgelistet gehabt. Versäumt worden sei zudem eine Liste wichtiger kommunaler Ansprechpartner, darunter Inklusionsreferent Walter Rauscher (CSU). Auch ihr eigener Name fehle, bemängelt Harrer. „Diese Verantwortlichen nehmen gerne Wünsche und Beschwerden entgegen und helfen nach Möglichkeit weiter.“

Auch die Ärzteliste im Seniorenführer ist laut SPD-Stadträtin mangelhaft. So seien einige Praxen aufgeführt, die seit Jahren nicht mehr existierten, während andererseits Ärzte fehlten, die schon lange Praxen in Erding führten, darunter eine für Urologie. Harrer wartet nun auf die nächste Auflage.

Rathaussprecher Christian Wanninger weist Harrers Kritik auf Anfrage zurück. „Wir haben sehr viele Daten ausgetauscht und dazu umfassend recherchiert.“ Es gebe laufend neue Entwicklungen, so dass es immer Änderungen gebe. Zudem sei es kein neu konzipiertes Heft, sondern lediglich eine Fortschreibung.

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