+
Das Plakat zum Tag des Ehrenamts am 15. April präsentierten Ardeo-Vize Florian Gänger und Vorsitzender Wolfgang Kraus in der Jahreshauptversammlung.

Interessengemeinschaft Ardeo 

Idee für Erding: Kriminacht nach Ladenschluss

  • schließen

Seit 25 Jahren gibt es die Händler-Interessengemeinschaft Ardeo in Erding. Das Jubiläum wird heuer gefeiert. Den Geschäftsleuten geht es um eine attraktive Innenstadt. Vorsitzender Wolfgang Kraus würde ein Kriminacht gut finden.

Erding– „Während andere Städte mit Leerstand zu kämpfen haben, hat Erding eine sehr schöne, belebte Innenstadt“, sagte Ardeo-Vorsitzender Wolfgang Kraus in der Jahreshauptversammlung. Die Interessengemeinschaft helfe aktiv mit, die Innenstadt zu beleben. Denn nur eine attraktive City locke Leute in die Stadt und biete der größer werdenden Konkurrenz aus dem Internet die Stirn.

Der Verein, der heuer sein 25. Jubiläum feiert, stemmt dafür jede Menge Aktivitäten, organisiert verkaufsoffene Sonntage und bringt die beliebte Eiszeit zum Laufen. Wie Kraus erklärte, werde der erste Höhepunkt des Jahres der Erlebnistag des Ehrenamts sein, an dem sich am Sonntag, 15. April, über 40 Vereine und Einrichtungen in der Innenstadt präsentieren (wir berichteten).

Neben den vier geplanten verkaufsoffenen Sonntagen entwickelt Ardeo weitere Ideen. So gibt es Überlegungen, bei der „Langen Nacht der Museen“ die Kirchen mit einzubeziehen. Anregungen holt sich der Vorstand auch bei anderen: So gab es in Giesing eine Kriminacht, bei der nach Ladenschluss in verschiedenen Geschäften gelesen wurde. „Das wäre auch bei uns nicht schlecht“, fand Kraus.

Trotz aller Erfolge funktioniere die Interessengemeinschaft aber noch nicht „so professionell, wie wir uns das vorstellen“, sagte Kraus. Die Ursache dafür sieht er vor allem darin, dass sich bei Ardeo ausschließlich Ehrenamtliche engagieren. „Auf Dauer geht das nicht. Wir bräuchten wenigstens eine Teilzeitkraft, die sich um den Schriftverkehr kümmert oder Mails beantwortet.“ Immerhin habe der Verein 109 Mitglieder.

Oberbürgermeister Max Gotz lobte in einer kurzen Rede den Verein dafür, „anlassbezogen mit Hirnschmalz Erding ein ganz hervorragendes Gesicht zu geben“. Es sei schön, eine lebendige Innenstadt mit wenig Leerstand zu haben. Aber man müsse auch weitere daran arbeiten.

Eine große Chance seien die zwei Millionen Besucher, die jährlich von der Therme angelockt würden. Immerhin habe allein die Stadt Erding im vergangenen Jahr fast 500 000 Übernachtungen gezählt. Auch Stadtmarketing und Gewerbeverein würden vertrauensvoll zusammenspielen, das habe sich auch bei der Gewerbeschau im vergangen Jahr gezeigt. „Das war ein gutes Miteinander, eine super Visitenkarte für Erding“, so Gotz.

Ein wichtiger Punkt der Versammlung war die Änderung der Beitragssatzung. Sie war bereits vor drei Jahren angeregt worden und ist nun in trockenen Tüchern. „Da musste schon lange aufgeräumt werden“, sagte Kraus.

Seit einem Jahr diskutiere der Vorstand, wie das Problem zu lösen sei, erklärte Schatzmeister Manfred Kroha. Aktuell richtet sich die Beitragshöhe nach der Quadratmeterzahl des Geschäfts oder Lokals. „Das ergab bei 109 Mitgliedern 29 verschiedene Beitragshöhen“, so Kroha. Hinzu kommen differierende Fälligkeitsdaten, sodass die Beitragserhebung recht kompliziert sei.

Das neue Modell soll laut Kroha gerechter und einfacher sein. Es sieht für jedes Mitglied einen pauschalen Betrag von 365 Euro im Jahr vor. Wer will, kann auch freiwillig Fördermitglied werden und einen nach oben unbegrenzten Betrag für Vereinszwecke einzahlen. Zudem besteht die Möglichkeit einer Schnuppermitgliedschaft, die im ersten Jahr nur die Hälfte, also 182,50 Euro, kostet. Das neue Beitragsmodell könnte so etwa 40 000 Euro pro Jahr in die Kasse spülen, etwa 13 000 Euro mehr als bislang. „Vorausgesetzt natürlich, dass alle dabei bleiben“, sagte Kroha. Kraus betonte, dass „wir keinesfalls jemanden vergraulen wollen“. Das finanzielle Plus soll zum Nutzen aller Mitglieder eingesetzt werden. Die neue Satzung wurde einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen und tritt ab 2019 in Kraft.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Sportschützen feiern mit Pulverdampf, Weihrauch und Grilldüften
Zu überhören wird das Jubiläum nicht sein: Die Langenpreisinger haben alle Böllerschützen der Region eingeladen.
Sportschützen feiern mit Pulverdampf, Weihrauch und Grilldüften
Flaschensammlerin findet Berührendes in ihrem Briefkasten - dann schlägt das Schicksal erneut grausam zu
Beate Staudinger aus Bockhorn reicht das Geld zum Leben nicht. Täglich geht die 63-Jährige Flaschen sammeln. Über dieses traurige Beispiel von Altersarmut hat der …
Flaschensammlerin findet Berührendes in ihrem Briefkasten - dann schlägt das Schicksal erneut grausam zu
Recyclinghof ist jetzt eine saubere Sache
In Langenpreising wird ein eigener Recyclinghof realisiert. Er ersetzt die Containerstandplätze an der Deutlmooser Straße. Bauen wird ihn die Gemeinde, der Landkreis …
Recyclinghof ist jetzt eine saubere Sache
Wörth, die Musterkommune im Geschosswohnungsbau
Am Montagabend gab der Gemeinderat einstimmig Grünes Licht für die Entwurfsplanung von Planer Jürgen Hermann vom Münchner Büro Hoe-Architects.
Wörth, die Musterkommune im Geschosswohnungsbau

Kommentare