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Jäger und Sammler: Die neuen Ardeo-Vorsitzenden Wolfgang Kraus (l.) und Florian Gänger hören erst mal zu, was Wirtschaft und Politik zur Innenstadt zu sagen haben. Erste Ideen haben sie schon.

Interessengemeinschaft Ardeo

Die Innenstadt als Erlebnisraum

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Einen guten Monat sind Wolfgang Kraus und Florian Gänger die neuen Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Ardeo. Sie sehen sich nicht nur als Organisatoren verkaufsoffener Sonntage. Vielmehr wollen sie Erding als Einkaufsstadt insgesamt voranbringen.

Erding - Die Terminkalender von Wolfgang Kraus und Florian Gänger sind voll. Seit Tagen treffen sie sich mit Kollegen aus der Wirtschaft. Mit allen Fraktionen im Stadtrat haben sie sich bereits an den Tisch gesetzt, nur mit den Freien Wählern ist noch kein Termin zustande gekommen. „Jeder hat Ideen und Wünsche“, berichtet Kraus aus dem gleichnamigen Modehaus. „Das zeigt, es ist Interesse da, dass wir Erding voranbringen, dass es passiert“, ergänzt Gänger, Geschäftsführer einer Allianz-Agentur.

Ob es in der Altstadt heuer die maximale Zahl von vier verkaufsoffenen Sonntagen – genehmigt ist bislang nur der 28. Mai im Rahmen der Gewerbetage – geben wird, wissen die beiden noch nicht. „Das ist auch nicht das Entscheidende“, sagt Gänger, „wir wollen erst sehen, was wir vernünftig umsetzen können“. Kraus sekundiert: „Natürlich sind die verkaufsoffenen Sonntage die Königsdisziplin. Wenn wir das angehen, dann soll es auch was Großes sein.“ So sehe es auch das Gesetz vor. Kraus verschweigt dabei nicht, dass es auch Ardeo-Mitglieder gebe, die die Sonderöffnung wegen des Aufwands mit gemischten Gefühlen sehen. Gänger schwebt vor, dass nicht nur die Händler mitmachen, sondern auch die Dienstleister. „Die könnten sich in Form eines Tages der offenen Tür vorstellen.“

Der neue Ardeo-Vorstand will sich nicht auf eine Veranstaltungsagentur reduzieren lassen. Kraus würde sich freuen, „wenn wir als etwa als Anlaufstelle für Existenzgründer wahrgenommen werden“.

Auch deswegen sehen sie sich nicht als Konkurrenz zum Gewerbeverein. „Mit dessen Vorsitzenden Dirk Urland haben wir auch schon geredet. Wir wollen eher miteinander tätig werden, niemals gegeneinander“, versichert der Ardeo-Chef. „Der Gewerbeverein umfasst im Prinzip den ganzen Landkreis, wir nur die Stadt Erding“, sagt Kraus. Sein Beweis für das gute Miteinander: Bei den Gewerbetagen des Gewerbevereins wird Ardeo am Kraus-Eck einen Stand haben. „Wir hoffen, dass möglichst viele kommen, um sich mit uns auszutauschen“, ergänzt Gänger.

Er und Kraus definieren Ardeo eher als Plattform für die lokale Wirtschaft. „Wir werden gewiss keine (Partei-)Politik machen, aber wir bringen uns ein und würden auch gerne gefragt werden, wenn es um innenstadtrelevante Themen geht“, gibt Kraus den Lobbyisten. Ihm schwebt vor, „aus der Innenstadt einen Lebens-, einen Erlebnisraum zu machen“. Denn der Erdinger Stadtkern habe viel zu bieten, was es im Internet nicht gebe: „Beratung, Flair, Aufenthaltsqualität und persönliche Ansprache statt Digitalisierung.“

Apropos Flair: Ardeo wird die Pläne eines neuen Friedrich-Fischer-Platzes zwischen Drogerie-Müller, Modehaus Kraus und Sparkasse weiterverfolgen. „Angeblich muss nächstes Jahr ohnehin aufgegraben werden. Dann bietet es sich doch an, etwas Gefälliges für Kinder und Fußgänger zu realisieren“, schlägt Kraus vor.

Und wie steht es um eine Fußgängerzone? Kraus und Gänger verhehlen nicht, „dass eine verkehrsberuhigte Innenstadt ihren Charme hätte.“ Aber umsetzen, so Kraus, könne man das nur, wenn zuvor alle Voraussetzungen geschaffen seien: deutlich mehr fußläufig erreichbare Parkplätze und die Garantie, dass die Bewohner zu ihren Häusern kommen.

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