Internationaler Museumstag

Wahrzeichen: Schöner Turm

Anlässlich des Internationalen Museumstags wird erstmals der Luftschutzkeller im Franz Xaver Stahl Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Museum Erding zeigt eine Sonderausstellungen über den Schönen Turm.

ErdingEine neue Ausstellung, beziehungsweise ein der Öffentlichkeit bisher unzugängliches Objekt zeigen die Erdinger Museen zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 13. Mai. Während das Museum Erding in der Prielmayerstraße die neue Sonderausstellung „Unser Schöner Turm. Stadttor – Wahrzeichen – Marke“ (zu sehen bis 31. Dezember) präsentiert, öffnet das Museum Franz Xaver Stahl in der Landshuter Straße 31 zum ersten Mal den Luftschutzkeller der Familie Stahl.

Die Sonderausstellung im Museum zeichnet dabei nicht nur die Geschichte des Schönen Turms nach, sondern auch die Bedeutung des Bauwerks bis in die Gegenwart. Es gilt als das Wahrzeichen der altbayerischen Herzogstadt schlechthin. Das Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler beschreibt den Turm als einen der schönsten Tortürme Südbayerns. Als Teil der wehrhaften Stadtbefestigung wurde erstmals 1403 ein Torturm urkundlich erwähnt Neben einer architektonischen Zeitreise zur Baugeschichte anhand von historischen Ansichten liegt der Schwerpunkt der Ausstellung auf künstlerischer Darstellung und fotografischer Dokumentation des Erdinger Wahrzeichens. Bis heute ist er die meistfotografierte Sehenswürdigkeit Erdings und wurde auch in der Vergangenheit gerne gezeigt, zum Beispiel als Filmkulisse („Quax der Bruchpilot“, in der Hauptrolle mit Heinz Rühmann) oder bei den überregional bekannten Schwedenspielen, aber auch als Propagandakulisse im nationalsozialistischen Deutschland. Die Ausstellung zeigt nie realisierte Umbaupläne des Torturms, unter anderem im Zuge der „autofreundlichen Stadt“ der 1960er Jahre und verweist auf die Bedeutung des Schönen Turms als Marke.

Im Museum Franz Xaver Stahl ist am Sonntag zum ersten Mal der Weg in den Luftschutzkeller der Familie Stahl geöffnet. Der Kleinstluftschutzbunker ist in seiner Form und Gestaltung in Deutschland einzigartig. Bauherrin war Ursula Stahl, Franz Xaver Stahls Mutter, damals Eigentümerin des Anwesens. Zwei unterirdische Schutzräume waren imZweiten Weltkrieg nicht nur für die Familie Stahl und die Mieter im Haus zugänglich, sondern auch für die Nachbarschaft.

Außerdem kann man am Internationalen Museumstag den Künstlergarten mit altem Obstbaumbestand aus den 1950er und -60er Jahren besuchen, für den Tiermaler einst seine Oase der Ruhe. Dort sind bei schönem Wetter Sitzgarnituren und Picknickdecken aufgebaut. Darüber hinaus ist das Wohn- und Atelierhaus Stahls zu besichtigen. Dazu zählen die einst privaten Räume mit dem seit 1977 unveränderten Künstleratelier.

Im Erdgeschoss ist an diesem Tag zum letzten Mal die Sonderschau „Lebe, Wesen! Martin Ritter – ein Zeitgenosse Stahls und seine Tierdarstellungen“ zu sehen. red

Museums-Programm am 13. Mai

Das Museum Franz Xaver Stahl ist von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintrittgeöffnet. Bei Bedarf werden den gesamten Nachmittag über Führungen durch das Haus angeboten. Für Kinder gibt es ein Rätsel. Das Museum Erding veranstaltet von 10 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür(Eintritt frei) und bietet dazu folgende kostenlose Führungen an: 10 Uhr, Stadtspaziergang: „Von Drachen, Reihern, dreiköpfigen Gänsen und Druiden. Rätsel am und um den Schönen Turm“. 11 Uhr und 15 Uhr, Museum: Rundgang durch die Sonderausstellung „Unser Schöner Turm“. 12 Uhr, Stadtspaziergang: „Die Feldseite des Schönen Turms: Kunst und Kostbarkeiten in der Landshuter und Dorfener Straße“. 13 Uhr, Museum: Rundgang durch die Abteilung Archäologie. Das Museums-Café hat ganztags geöffnet.


Rubriklistenbild: © Foto: erdinger anzeiger

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