Stolz präsentiert Erdings Zweiter Bürgermeister Ludwig Kirmair (3. v. l.) vor „seinem“ Rathaus den eTown-Award vom Internet-Giganten Google und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Das Bild zeigt den Akt der Übergabe mit (v. l.): Marc Feiertag (Google), Google-Deutschland-Chef Stefan Tweraser, Online-Unternehmer Michael Förch, René Arnold vom IW, Günther Pech (Stadtmarketing Erding) und Tobias Rascher (Google). Foto: ham

Internet-Gigant Google erhebt Erding zur digitalen Hauptstadt

Erding - In ganz Südbayern einschließlich München gibt es keine Stadt, in der das Internet so schnell und umfassend in den Betrieben Einzug hält wie in Erding. Dafür erhielt die Kreisstadt gestern den eTown-Award des Internet-Giganten Google und des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Dass Erdings Wirtschaft in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, beweist ein Blick in die sprießenden Gewerbegebiete sowie in die Statistik mit einer stark gestiegenen Anzahl neuer sozialversicherungspflichtiger Jobs. Aber auch hinter den Büro- und Werkstatttüren hat sich allerhand getan. Immer mehr Betriebe wickeln immer mehr Tätigkeiten über das Internet ab.

Eine Studie des Internet-Riesen Google und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Die Entwicklung in Erding ist so rasant wie in keiner anderen Stadt im Postleitzahlenbereich 8, sprich in ganz Südbayern. Sogar in der Landeshauptstadt ist die Dynamik geringer. Dafür erhielt Erding gestern den eTown-Award von Google und IW. Als „digitale Hauptstadt“ steht sie damit in einer Reihe mit Leipzig, Berlin, Nürnberg und Mainz.

Überreicht wurde der Preis von Google-Deutschlandchef Stefan Tweraser. „Erding ist die erste Stadt, der wir diese Auszeichnung verleihen“, lobte Tweraser. „Das zeigt, dass hier vieles richtig gemacht wurde und die Weichen für das Internet frühzeitig gestellt wurden.“ Zugleich sei es ein Beleg für eine relativ flächendeckende Versorgung mit schnellen Leitungen.

Tweraser sieht im Internet den „Innovations- und Wachstumstreiber der Wirtschaft“. Dies bestätigte René Arnold vom IW als Autor der Studie. Beide erklärten, ein Ergebnis sei, „dass Unternehmen, für die das Internet eine zentrale Rolle spielt, innovativer sind“.

Tweraser betonte, dass Erding nicht wegen einzelner rein internetzentrierter Firmen wie das Rechenzentrum Amadeus in Aufhausen so gut abgeschnitten habe. „Die Erhebung umfasst die gesamte Bandbreite der gewerblichen Online-Nutzung.“

Zu diesem Kreis zählt der Erdinger Unternehmer Michael Förch, der Software für Umfragen entwickelt und vermarktet. Er berichtete, dass er seine gesamte Tätigkeit mittlerweile über die Datenautobahn erledige. Selbst Kundenbesuche würden auf diesem Wege erfolgen. „Erding ist dafür ein Top-Standort“, so Förch, der auch Dozent an der Fachhochschule Erding ist. Und in der kommunizieren Studierende und Lehrpersonal bekanntlich überwiegend online.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Kirmair sagte: „Dieser Preis erfüllt uns mit Stolz. Er passt in eine junge Stadt mit vielen Familien, von denen etliche mit dem Internet groß geworden sind.“

(Hans Moritz)

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