Frauenhaus Landkreis Erding

Interventionsstelle zwei Monate unbesetzt?

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In der Akut-Versorgung von Gewaltopfern droht zu Jahresbeginn eine empfindliche Lücke. Der Sozialdienst katholischer Frauen gibt die Interventionsstelle zwei Monate vor dem Frauenhaus ab.

Erding - Seit 25 Jahren betreibt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) im Auftrag des Landkreises Erding das Frauenhaus für Opfer häuslicher Gewalt aus Erding und Ebersberg. Seit zehn Jahren bietet der SkF auch die Interventionsstelle an, die sich um akute Fälle kümmert. Dafür erhält der kirchliche Träger vom Kreis jährlich 37 500 Euro Zuschuss.

Wie mehrfach berichtet, muss der SkF die Trägerschaft über das Frauenhaus wegen eines zu hohen Zuschussbedarfs zum 1. März 2018 an den BRK-Kreisverband Erding abgeben. Der will auch die Interventionsstelle übernehmen. Der diesbezügliche Vertrag geht jeweils vom 1. Januar bis zum 31. Dezember.

Am 12. Oktober, berichtet stellvertretende Geschäftsführerin Alexandra Krois, habe der SkF ein Schreiben des Landkreises Erding bekommen, ob er die Interventionsstelle bis zum 1. März fortführen könne. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Krois: „Wir mussten bedauerlicherweise absagen, weil wir das personell nicht stemmen können. Nach der Frauenhaus-Kündigung mussten sich unsere Mitarbeiterinnen nach einer neuen beruflichen Zukunft umsehen.“ Sonst hätte man das Angebot gerne noch bis 1. März aufrecht erhalten.

Landrat Martin Bayerstorfer erinnerte am Dienstagnachmittag an die Erklärung des SkF, nur ein eng verzahnter Betrieb von Frauenhaus und Interventionsstelle sei sinnhaft und biete größtmöglichen Nutzen. „Entgegen dieser Aussage und völlig überraschend hat der SkF nun angekündigt, das Angebot der Interventionsstelle schon zum Jahresende einzustellen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landrats. Dabei hätte man den Zuschuss für die ersten beiden Monate natürlich weitergezahlt. „Das steht so auch im Haushalt“, so der Landrat.

Bayerstorfer bedauert: „Das hinterlässt eine deutliche Lücke.“ Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt er, „dass wir momentan nicht wissen, wie es weitergeht. Wir können nicht ausschließen, dass es im Januar und Februar keine Interventionsstelle gibt.“

Allerdings stehe man in Kontakt mit dem BRK, das eventuell die Interventionsstelle schon vor der Übernahme des Frauenhauses stemmen könne. Nach dem 1. März sei dafür in jedem Fall das BRK zuständig – und auch entsprechend gerüstet.

In den vergangenen zehn Jahren konnte der SkF mit der Interventionsstelle über 1000 Gewaltopfern helfen, oft im Zusammenspiel mit der Polizei. Meist geht es um Behördengänge sowie Vermittlung von Rat und Hilfe.

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