Rainer Maria Schießler (57)ist Pfarrer in München und bekommt den Reiherorden.

Interview

Als Kind am liebsten Winnetou

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Nach Monika Gruber bekommt der bekannte und populäre Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler am Samstag den Reiherorden der Narrhalla Erding verliehen. Darüber haben wir mit dem 57-Jährigen gesprochen.

Erding – Herr Pfarrer Schießler, was war Ihr erster Gedanke, als Sie gehört haben, nach Monika Gruber den Erdinger Reiherorden zu bekommen?

Rainer Maria Schießler: Da wird die Monika sagen: „Du natürlich auch.“ Mich macht’s schon a bisserl stolz. Immerhin ist die Gruberin mittlerweile eine Institution. Da wird man nicht ungern in einem Atemzug mit ihr genannt. Sie ist für ihren Humor bekannt. Als Pfarrer will ich Humor in mein Amt einbringen, eine ständig nur todernste Kirche will niemand.

-Kirche und Fasching – passt das zusammen?

Schießler: Das passt nicht nur zusammen, es gehört zusammen. Wir feiern unsere Erlösung vom Tod und unsere Auferstehung in Christus in jeder Eucharistie. Das muss seinen Niederschlag im Leben finden. Wir können lachen und feiern, obwohl das wohl Schlimmste noch bevorsteht, der Tod. Eine Religion, die nicht Freude und Dankbarkeit ausstrahlt, ist nicht mal für die Katz. Auch Gott hat sich über unsere Welt und unser Leben gefreut.

-Sie kennen Erding von der Kulturpreisverleihung. Was ist Ihr Eindruck?

Schießler: Erding hat sich richtig rausgemacht. Als ich in München aufwuchs, hieß es nur: Erding? Nebel, düster, Outback. Und heute: höchste Lebensqualität, tolle Menschen, viel Kultur, selbstloses Engagement und viele fleißige Menschen. Ich bin berührt.

-Sind sie eher Faschingsmuffel oder -fan?

Schießler: Ein Faschingsmuffel nimmt keinen Orden an. Was nicht heißt, dass ich viel ausgehe im Fasching. Ich liebe Menschen, die das Leben feiern. Darum war ich ja auch zehn Jahre auf der Wiesn. Als Kind war ich am liebsten Winnetou, musste aber auch mal als Koch und Gärtner gehen. Da war man naturgemäß selten der Held. Aber das will man doch auch mal sein. Darum gibt’s ja den Fasching.

Das Gespräch führte Hans Moritz.

Die Reiherorden-Sitzung

ist am Samstag, 3. Februar, ab 20 Uhr in der Stadthalle – mit dem gesamten Narrhalla-Programm. Karten für 30 Euro beim Stadthallen-Vorverkauf und an der Abendkasse. Kostüme erwünscht.

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