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Ein Leben voller Sport führt Dieter Schneider. Das Foto entstand bei einer achttägigen Rennrad-Tour auf Korsika.

Interview mit Dieter Schneider

Fitness von Kindern: „Eltern sollten ein Beispiel geben“

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Dieter Schneider spricht im Interview über die Fitness von Kindern. Fast 40 Jahre lang war er Sportlehrer an der Mittelschule Altenerding.

Erding – Sport spielt im Leben von Dieter Schneider eine zentrale Rolle. Fast 40 Jahre lang war er Sportlehrer an der Mittelschule Altenerding. Noch heute unterstützt der 68-Jährige seine Kollegen beim Schwimmunterricht oder bei Trainingseinheiten. Bei der Fitness von Kindern kann er Vergleiche über Jahrzehnte ziehen und sagt: Mehr Bewegung wäre wichtig.

-Herr Schneider, Sind die Kinder noch so fit wie früher?

Dieter Schneider: Die Gruppe der Kinder, die sich wenig bewegen, wird immer größer. Früher bin ich mit meinen Schülern von der alten Mittelschule Altenerding zum Stadion gejoggt. Wenn ich das heute machen würde, würde ich wohl nur mit den Besten dort ankommen. Diese Spitze mit besonders talentierten Kindern gibt es natürlich immer noch. Der Mittelbau mit Schülern, die zwar nicht besonders sportlich, aber schon noch anstrengungsbereit sind, fehlt dafür immer mehr.

-Was kann man da als Lehrer tun?

Schneider:Ein Ziel ausgeben, das man erreichen kann. In der Fünften habe ich immer mit Fitnesstraining begonnen und zehn Minuten Laufen ohne Pause als Ziel vorgegeben. Das haben wir dann immer mehr gesteigert, bis es geklappt hat. Die Leistungen habe ich dann mit einer kombinierten Note bewertet. Wer die zehn Minuten schafft, bekam in dem einen Teilbereich schon mal eine Eins.

-Was müsste an den Schulen besser werden?

Schneider:Wir bräuchten wieder mehr Sportstunden. Mitte der 80er Jahre waren es mit differenziertem Sport noch vier pro Woche. Da kann man schon einiges machen. Immerhin hat man erkannt, dass Sportlehrer auch an Mittelschulen eine fundierte Ausbildung brauchen. Jetzt werden wieder ausgebildete Fachlehrer eingestellt.

-Was können Eltern tun?

Schneider: Eltern sollten ein Beispiel geben, dass man Freizeit auch mit Bewegung verbringen kann. Ich empfehle, mit Kindern in die Natur zu gehen – und das mit Spaß. Dann hat man das Problem nicht, dass Kinder nicht wollen.

-Und wenn man in einem Bereich mit wenig Grün und viel Verkehr wohnt?

Schneider: Dann bleibt nichts anderes übrig, als mit den Kindern am Wochenende etwas zu unternehmen: Schwimmen gehen. Die Kinder mitnehmen, wenn man selbst joggt. Sogar für einen Spaziergang kann man sich etwas einfallen lassen: eine kleine Schnitzeljagd oder einen kurzen Wettlauf.

-Also ist es doch nicht so schlimm?

Schneider: Nein, absolut nicht. Man muss etwas tun, keine Frage. Aber ich sehe auch so viel Ermutigendes: Wenn ich zum Beispiel im Schwimmunterricht aushelfe und erlebe, wie sich Kinder anstrengen, obwohl sie nicht zu den Sportlichsten gehören – das ist schon toll.

Das Gespräch führteTimo Aichele.

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