Frau bedroht Polizisten mit Axt - Großeinsatz im Landkreis Rosenheim

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Alexander Attensberger (28) JU-Kreisvorsitzender. Foto: CSU

Interview mit JU-Kreischef Alexander Attensberger 

CSU aus der Krise? „Das wird ein sehr, sehr schwieriger Weg“

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Die Junge Union hat sich auf ihrem Parteitag in Erlangen offen gegen Horst Seehofer gestellt. Dazu sprachen wir mit Alexander Attensberger (28), Kreisvorsitzender der Jungen Union Erding.

Erding – Die Junge Union hat sich auf ihrem Parteitag in Erlangen offen gegen Horst Seehofer gestellt. Dazu sprachen wir mit Alexander Attensberger (28), Kreisvorsitzender der Jungen Union Erding.

- Herr Attensberger, wie lange kann sich Horst Seehofer noch halten?

Alexander Attensberger: Wir sind alle gut beraten, den CSU-Parteitag im Dezember abzuwarten. Alles davor wäre überstürzt und würde die Lage nicht entschärfen.

-Was ist denn da in Erlangen wirklich passiert?

Attensberger: In der Tat, die JU hat ein sehr deutliches Signal gesendet. Das hat sich Horst Seehofer auch selbst zuzuschreiben. Es geht nicht, dass er der JU, die ihm maßgeblich den Wahlkampf mit gestemmt hat, einfach die kalte Schulter zeigt. Seine Absage ist nur die eine Seite. Er hat es der JU noch dazu nicht einmal selbst mitgeteilt, sondern ausrichten lassen.

-Wie soll es mit Seehofer weitergehen?

Attensberger: Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich persönlich meine, er sollte ein Amt zurückgeben – das des Parteivorsitzenden. Bei der Landtagswahl in einem Jahr könnte er sich nicht wieder aufstellen lassen. Das wäre eine Lösung, bei der alle ihr Gesicht weitgehend wahren.

-Wer soll ihm folgen?

Attensberger: Das ist die nächste schwierige Frage. Markus Söder wird oft genannt. Ich persönlich stehe nicht zu 100 Prozent hinter ihm. Aber auch Ilse Aigner ist nicht unumstritten. Manfred Weber käme auch in Frage, ist aber noch nicht so bekannt.

- Was raten Sie der CSU?

Attensberger: Ganz entscheidend ist, dass jetzt eine offene und ehrliche Aussprache stattfindet – unbedingt vor Personalentscheidungen. Da müssen auch die Orts- und Kreisvorsitzenden gehört werden. Wir haben an Glaubwürdigkeit erheblich eingebüßt. Das muss aufgearbeitet werden. Die ganze Debatte um die Obergrenze zum Beispiel ist für uns, vorsichtig gesagt, nicht gut gelaufen.

-Ist die absolute Mehrheit im Landtag passé?

Attensberger: Sie muss weiterhin unser Ziel bleiben – zumindest nach Sitzen. Wenn wir Glaubwürdigkeit und personelle Geschlossenheit zurückgewinnen, dann könnte es klappen. Aber das wird ein sehr, sehr schwieriger Weg.

Das Interview führte Hans Moritz.

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