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Zum Haareraufen findet Kabarettistin Monika Gruber den Wahnsinn der heutigen Zeit.

Interview

Monika Gruber: „Dahoam bin ich ein Stückerl nervöser“

Morgen präsentiert Monika Gruber zum ersten Mal ihr neues Solo-Programm in ihrer Heimatstadt Erding. Alle vier Veranstaltungen im März und April sind – wie ihre komplette Tour – ausverkauft.

Erding– „Wahnsinn“ heißt das sechste Solo-Programm der Erdinger Kabarettistin Monika Gruber. Bevor sie dieses morgen in der Stadthalle zum ersten Mal in ihrer Heimat vorstellt, wollten wir wissen, wie sie sich vor ihrem Heimspiel fühlt, und was sie besonders wahnsinnig macht.

-Frau Gruber, am Mittwoch haben Sie Ihren ersten Auftritt mit Ihrem neuen Programm „Wahnsinn“ in der Erdinger Stadthalle. Freuen Sie sich drauf oder ist die Nervosität zuhause vielleicht sogar größer?

Monika Gruber: Dahoam is’ dahoam, deshalb freue ich mich sehr auf meinen Auftritt in meiner Heimatstadt, aber ich bin sicher auch ein Stückerl nervöser. Ich möchte zwar immer, dass mein Publikum einen schönen, unterhaltsamen Abend hat, aber wenn ich daheim spiele, sitzen natürlich viele Bekannte und Freunde im Saal, und ich möchte auf jeden Fall vermeiden, dass die Verkäuferin beim Metzger Stuhlberger oder in der Bäckerei Fleck zu mir am nächsten Tag sagt: Gruaberin, gestern in der Stadthalle, des war fei a scheena Schmarrn!

-Wie viele Menschen sitzen im Publikum, die Sie persönlich kennen?

Gruber:Ich nehme an, ziemlich viele, nachdem ich ein echtes Gwachs des Erdinger Landkreises bin. Deshalb bin ich immer froh, dass es in der Halle so dunkel ist und ich nur bis maximal Reihe drei die Gesichter sehe, weil ich sonst ständig denke: „Warum lacht denn jetzt der Linner Rudi ned? Bin I ned guad oder denkt er grod an seine morgige Baustell’?“ Und wenn du gedanklich genau an dem Punkt bist, hast du plötzlich einen Hänger und weißt nicht mehr weiter. Das ist mir auch schon passiert und zack, wusste ich nicht einmal mehr, welches Jahr wir eigentlich hatten.

-Wie ist das neue Programm angelaufen?

Gruber:Ich muss sagen, es ist von Anfang an sehr gut angelaufen. Obwohl ich seit dem ersten Probelauf, als ich noch mit Text auf der Bühne stand, sehr viel verändert, gestrichen und gekürzt habe. Darüber bin ich sehr erleichtert, denn ich war – glaube ich – noch nie so nervös vor einem Programm wie vor diesem, weil ich es für mein wichtigstes und auch stellenweise für mein politischstes halte.

-„Wahnsinn“ heißt das neue Programm. Was macht Sie persönlich am wahnsinnigsten?

Gruber:Neben Genderwahnsinn – beispielsweise die völlig überflüssige Forderung nach einem zeitgemäß gegenderten Text für die Nationalhymne – dogmatischen Veganern, Bildungsirrsinn – heute soll ja jeder Depp aufs Gymnasium – macht mich am meisten wahnsinnig, dass die deutsche Politlandschaft fast ausschließlich aus rückgratlosen, realitätsfernen und ignoranten Phrasendreschern besteht. Sie haben sich völlig von dem Volk, für dessen Wohl sie sich eigentlich einsetzen sollten, entfernt. Früher konnte man Sätze von Politikern sofort einer Partei zuordnen, heute sülzen fast alle den gleichen politisch korrekten, verschwurbelten Schmarrn daher. Für idiotische, weil völlig inhaltsleere Sätze wie den von Olaf Scholz „Ich möchte die SPD wieder fühlbar machen!“ hätte er sich normalerweise eine saftige Watschn von Herbert Wehner verdient.

-Worüber ärgern Sie sich noch?

Gruber: Außerdem macht es mich wahnsinnig, dass heute jede Diskussion – ob es sich nun um Flüchtlinge, die MeToo-Debatte oder Dieselautos handelt – auf eine hysterische Art und Weise geführt wird, die dem Irrsinn einer Minderheit Tür und Tor öffnet. Und wer glaubt, dass dieser ganze Wahnsinn unsere Gesellschaft auch nur ein kleines Stückchen toleranter und offener macht, der liegt meiner Ansicht nach völlig daneben, siehe Friedrich Nietzsche, der sagte: Wenn Gott tot ist, ist nichts mehr erlaubt!

-Das ist bereits Ihr sechstes Solo-Programm. Wie finden Sie immer wieder neue Themen?

Gruber:Nicht ich finde die Themen, sondern die Themen finden mich. Das ist nicht immer lustig, weil mich so vieles beschäftigt, umtreibt und g’scheid ärgert, ich aber dann vor der Aufgabe stehe, das alles halbwegs lustig für mein Bühnenprogramm umzusetzen. Das kostet mich viel Zeit, etliche schlaflose Nächte und vielleicht auch ein paar graue Haare.

-Werden sich einige Erdinger in Ihren Texten wiederfinden?

Gruber:Ich denke schon. Wobei, ich hoffe, dass sich möglichst viele Zuschauer in meinen Texten wiederfinden, denn ich erzähle Geschichten des alltäglichen Wahnsinns, und zwar von Menschen für Menschen.  Alexandra Anderka

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