Setzen sich auch weiterhin für die Belange der Waidmänner ein: (v. l.) Vorsitzender Thomas Schreder, Klaus Hildebrandt, Andrea Eichenlaub, Florian Grünaug und Günter Pflanzelt. Foto: Huber

Jäger sollen nicht zum Schießer verkommen

Landkreis - Thomas Schreder bleibt Vorsitzender des Kreisjagdverbands Erding. Mit überwältigender Mehrheit ist er bei der Jahreshauptversammlung des 553 Mitglieder starken Verbands wiedergewählt worden.

Für den Diplombiologen ist es bereits die dritte Amtszeit. „Im Landkreis Erding stimmt die Zusammenarbeit zwischen Jagdgenossen, Waldbesitzervereinigung, Grundeigentum, Bauernverband, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Landratsamt und Jagdpächtern“, konstatierte Schreder erfreut.

Eine drohende Gefahr sieht der Kreisjagdchef darin, dass „der Jäger der Zukunft immer mehr zum Schießer“ verkomme. „Wenn immer weniger Zeit zur Verfügung steht, wird der Druck immer größer und der Jäger wird zu Mitteln greifen, die heute noch illegal sind“, warnte Schreder. „Wir müssen sakrisch aufpassen, dass das nicht eintritt“, plädierte er für eine Jagd, die sich an Brauchtum, Waidgerechtigkeit, Ethik und Hege orientiere.

Ausführlich ging Schreder auf die Öffentlichkeitsarbeit des Verbands ein. Auch wenn diese kontinuierlich ausgebaut worden sei, präge nach wie vor „jeder einzelne Jäger das Bild der Jagd in der Gesellschaft“. Von der Akzeptanz in der Bevölkerung werde es aber abhängen, „wie wir in Zukunft auf die Jagd gehen“, sagte der Kreisvorsitzende und appellierte für „Akzeptanz durch Transparenz“.

Schreder ging in seinem Rechenschaftsbericht unter anderem auch auf den Rückgang des Niederwildes ein, dem durch eine konzertierte Aktion Einhalt geboten werden soll. „Wir brauchen Grund, wo wir aussäen können“, sagte er und bat die Landwirte, dem Wild durch so genannte Blühflächen wieder mehr Lebensraum zur Verfügung zu stellen.

Die gute Zusammenarbeit zwischen den Akteuren wurde auch in den Grußworten von Rainer Mehringer (Waldbesitzervereinigung) und Fritz Gruber (Jagdgenossenschaften im Bauernverband) bestätigt. Mehringer bezeichnete Jäger und Waldbesitzer als Partner in dem Bestreben, einen „relativ intakten Wald“ zu bewahren.

Landtagsabgeordneter Jakob Schwimmer stellte fest, dass die Jagd ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens sei, „und ganz Bayern hinter der Jagd steht“. Auch Bauernverbandschef Hans Schwimmer betonte die gute Kommunikation: „Wenn es Probleme gibt, reden wir.“

(ahu)

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