Kaum zu sehen, für streunende Hunde aber leichte Beute : ins Wiesen und Feldern geducktes Jungwid. Foto: KJV Erding

Spaziergänger sollen auf Wegen bleiben

Obacht, Kinderzimmer der Natur

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Der Erholungsdruck auf die heimische Natur ist in Corona-Zeiten so stark wie noch nie. Für die Tierwelt bedeutet das eine enorme Belastung. Der Kreisjagdverband bittet die Bevölkerung um Rücksichtnahme.

Erding – Immer häufiger berichten die Jäger des Landkreises, dass Wild panisch flüchte, aufgeschreckt durch Mensch oder Hund, die weit ab von befestigten Wegen oder Straßen querfeldein durch das „Wohnzimmer des Wildes“ laufen. Oft führt die panische Flucht der Wildtiere dann über Straßen oder Gewässer.

„Wer jetzt in Wald und Flur unterwegs ist, sollte daran denken, dass er sich auch im Kinderzimmer des Wildes bewegt. Und da ist gerade viel los“, erklärt Thomas Schreder, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes. Im Frühling und im Frühsommer werden die Jungtiere geboren. „Es ist die Zeit, in der die Natur zu einer gut gefüllten Kinderstube wird und deshalb möglichst ungestört sein sollte“, so Schreder weiter.

Seine dringende Bitte an Wanderer und Spaziergänger: „Bitte bleiben sie auf Wegen und Straßen und lassen Sie ihre Hunde in dieser sensiblen Zeit nicht unbeaufsichtigt frei laufen.“

Während junges Wild für den Spaziergänger nicht zu erkennen ist, spüren freilaufende Hunde die schutz- und wehrlosen Jungtiere schnell auf, so Schreder. „Die im Frühjahr hochträchtigen Rehgeißen sind sehr schwerfällig und haben meist keine Chance, jagenden Hunden zu entkommen. Selbst brütende Altvögel auf ihren Nestern oder deren noch nicht flügge Jungen können zur leichten Beute werden.“ Kehren die Hunde zu ihren Besitzern zurück, hätten diese oft keine Ahnung, welche Tragödie ihr Vierbeiner soeben angerichtet hat.  ham

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