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Wildschweine sind Überträger der Afrikanischen Schweinepest. Die Gefahr droht von Nordosteuropa.

Jagd auf Schwarzwild

Schweinepest: Bauern und Jäger im Konflikt

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Die Afrikanische Schweinepest ist im Anmarsch und bedroht damit dutzende Zucht- und Mastbetriebe im Landkreis Erding. Nicht nur die Bauern fordern einen konsequenteren Abschuss von Wildschweinen. Auch etliche Jäger stellen die Haltung des Kreisjagdverbands in Frage.

Erding - Mit etwa 66 000 Tieren ist Erding einer der schweinereichsten Landkreise in ganz Oberbayern. Deswegen ist hier die Sorge der Züchter und Mäster besonders groß, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) von Nord- und Osteuropa kommt. Auch wenn sie für den Menschen keinerlei Risiko darstellt, hätte ein Befall dramatische Auswirkungen: Wird auf einem Hof die ASP festgestellt, wird dieser gesperrt und eine Schutzzone darum gezogen. Alle Tiere müssten gekeult, sprich getötet werden.

Die zweite Konsequenz: Der Export von Fleisch und Wurst droht zusammenzubrechen. Denn die ASP-Erreger überleben in diesen Produkten monatelang. Eine achtlos weggeworfene Wurstsemmel kann die Seuche weitertragen.

Aktuell ist die Schweinepest noch etwa 300 Kilometer von Deutschland entfernt. Experten sind aber überzeugt, dass es keine Frage ist, ob die Seuche kommt, sondern wann.

Deswegen rüsten sich auch im Landkreis Erding die Kreisverwaltung sowie Bauern und Jäger. Ein Weg, die Gefahr einzudämmen, ist die konsequente Bejagung von Wildschweinen. Dank Maisanbau und vermehrt Mischwäldern findet das Schwarzwild ohne echte Feinde optimale Lebensbedingungen vor und vermehrt sich daher rasant. Hausschweine verfügen hingegen noch nicht über Antikörper, und einen Impfstoff gibt es bislang nicht.

Um das weitere Vorgehen zu besprechen, traf sich nun eine Abordnung des Bayerischen Bauernverbands mit BBV-Kreisobmann Jakob Maier und Kreisbäuerin Irmgard Posch mit Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Dabei ging es vor allem um die (zuletzt laut BBV rückläufigen) Abschusszahlen. 200 Tiere waren es im Jagdjahr 2016/17. Den Landwirten reicht die derzeitige Bejagung nicht aus. „Um effektiver gegen die ASP vorgehen zu können, bedarf es einer stärkeren Reduktion des Bestandes“, fordert Sabine Berger vom BBV Erding. Ihr Berufsstand und laut Berger „viele Jäger“ beantragten bei Bayerstorfer, so genannte Nachtsichtvorsatzgeräte und Sauenfänge zu genehmigen.

Diese Forderung steht im Widerspruch zur Haltung des Kreisjagdverbands Erding. Dessen Vorsitzender Thomas Schreder weist darauf hin, dass „der Einsatz von Nachtzielgeräten waffenrechtlich verboten ist“. Gleiches gelte für Nachtsichtgeräte, die mit der Zieloptik des Gewehrs verbunden sind. Schreder stellt in Frage, „ob mit deren Einsatz ein langfristiger Jagderfolg und damit die nachhaltige Reduzierung der Schwarzwildbestände zu erreichen ist“. Das Landwirtschaftsministerium hat den Landratsämtern den Weg zum Einsatz dieser Geräte eröffnet. Schreder weist aber darauf hin, dass eine regionale Sondersituation mit ernsten und nachweislich größeren Schäden vorliegen müsse. Zudem müssten alle anderen Maßnahmen zuvor ergriffen worden sein. Auch der Einsatz von Fangeinrichtungen, so genannte Saufänge, sei verboten. Der Kreisjagdverbandschef macht deutlich, dass er derzeit keinen Anlass sehe, zu den verschärften Mitteln zu greifen. Schreder ist überzeugt, dass die Erdinger Jäger ihrer Verantwortung nachkämen und konsequent auf die Jagd gingen, um den Wildschweinbestand zu reduzieren. „So lange kein Seuchenfall vorliegt, ist die Jagd an die geltenden Jagd- und Naturschutzgesetze gebunden“, so Schreder.

Infoabend

Die Arge Jagd, die Vertretung der Grundstückseigentümer im Landkreis Erding, lädt am Dienstag, 30. Januar, um 19.30 Uhr zu einem ASP-Infoabend in den Gasthof Menzinger nach Lengdorf ein. Sprechen werden Thomas Schreder vom Kreisjagdverband und Andreas Tyroller vom BBV.

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