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Druckfrische Verhandlungsergebnisse zur Großen Koalition: Helmut Brunner (l.) informierte vor der Jagdgenossenschaft Altenerding im Lindenwirt Bergham aus erster Hand.

Jagdgenossenschaft Altenerding 

GroKo setzt auf kleinteilige Landwirtschaft

Bayerns Agrarminister Helmut Brunner freut sich, dass die Landwirtschaftspolitik der geplanten Großen Koalition eine bayerische Handschrift trage. 

Bergham Das von Stefan Warsönke vom Amt für Landwirtschaft Erding freundlich an die Presse ausgegebene Redemanuskript war nicht besonders hilfreich: Bayerns Agrarminister Helmut Brunner ist viel zu spontan, um einfach nur stur eine Rede abzulesen. Zu aktuell war aber auch der Anlass, zu dem er bei der Versammlung der Jagdgenossenschaft Altenerding im Gasthaus Lindenwirt in Bergham (wir berichteten) sprach: Die Verhandlungsergebnisse in Berlin und ihre Bedeutung für die Landwirtschaft waren gewissermaßen noch druckfrisch, als Brunner sie kommentierte.

Vor vollem Saal freute sich der CSU-Politiker, dass die Landwirtschaftspolitik der geplanten Großen Koalition eine bayerische Handschrift trage. „Es ist uns weitgehend gelungen, vor allem die bayerische Form der Landwirtschaft mit den kleineren Betriebsgrößen gegen die Interessen der gigantischen Betriebe mit 500 Hektar oder mehr in den fünf neuen Bundesländern durchzusetzen“, sagte er.

Brunner hatte aber auch noch einen weiteren Grund, von seinem Redemanuskript abzuweichen: Im Bereich der Jagdgenossenschaft Altenerding sei die Jagd weniger von Wald als vielmehr von landwirtschaftlichen Flächen geprägt. Gerade mal zwei Prozent seien bewaldet. Ein Vorteil sei, dass der Verbiss etwa durch Rehe hier deutlich geringer sei. Der Anteil von Niederwild, etwa Hasen und Fasane, sei höher.

Matthias Flossmann, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, stellte dem Minister eine konkrete Frage: „Wie ist es denn mit dem Begehungsrecht für die von der Politik gewünschten Blühflächen?“ Er habe gehört, dass Jäger Probleme dabei bekommen könnten. Das konnte der Minister umgehend dementieren: „Diese Information ist glatt falsch.“ Damit war das Thema auch schon wieder vom Tisch.

Nicht vom Tisch ist dagegen das leidige Problem mit dem Biber. Den mag der Minister, und zwar sehr: „Biberfleisch schmeckt hervorragend. Ich hab’ das neulich vorgesetzt bekommen.“ Das könnte nun tatsächlich eine Problemlösung darstellen, die allen gerecht wird. Brunner berichtete, dass das von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich gehandhabt werde. Einem Zwischenruf von Vizelandrat Jakob Schwimmer zufolge hat man das im Kreis Erding weitgehend im Griff.

Ein Besucher erkundigte sich, wie es hierzulande mit dem Wolf sei. „Diese Tiere können wir hier gar nicht gebrauchen“ meinte er. Brunner kündigte dazu einen runden Tisch an, an dem alle Meinungen ausgetauscht werden könnten. Der Wolf genieße einen höheren Schutzstatus als der Biber, informierte er und machte daran auch deutlich, dass man mit dem Thema anders umgehen müsse.

Das immer wieder heiß diskutierte Verhältnis zwischen Jägern und Waldbesitzern konnte natürlich auch der Minister nicht auslassen. „Es gibt nichts Emotionaleres als die Jagd“, sagte er und deutete an, dass er sich auch in der Rolle des Moderators zwischen den jeweiligen Verbänden sieht. „Ich bin für alle da.“ Klaus Kuhn

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