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Werbung in eigener Sache: Thomas Schreder zeigte beim jagdlichen Frühschoppen eines von 200 Schildern, die aufgestellt werden sollen. 

Jagdlicher Frühschoppen beim Lindenwirt 

Schreder: Volksbegehren wichtig, aber zu wenig praxisnah

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Zu einem jagdlichen Frühschoppen mit dem Thema „Für mehr Artenvielfalt in den Revieren“ hatte Thomas Schreder in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreisjagdverbands in den Lindenwirt nach Aufhausen eingeladen.

AufhausenGekommen war zwar nur gut ein Dutzend Zuhörer, die Mischung passte aber: Es waren unter anderem Vertreter der Landwirtschaft, der Jagd, Revierpächter, der Wildland-Stiftung, des Bund Naturschutz (BN) und der Imker anwesend.

Schreder gehört zu den Teilnehmern des Runden Tisches zum Artenvielfalt-Volksbegehren mit der bayerischen Staatsregierung. Er machte deutlich, dass der Gesetzentwurf in keinem Punkt verändert wurde. Jedoch sei Verschiedenes in der Praxis nicht umsetzbar – wie in Garmisch beispielsweise das Walzverbot nach dem 15. März, dann läge dort immer noch Schnee. Der Landtag entscheide, ob der erste Entwurf angenommen oder ein zweiter erarbeitet wird. „Ich denke, dass es einen zweiten Entwurf geben wird“, mutmaßte Schreder. Dieser muss dann bis Mitte September fertig sein.

Es habe noch nie solch eine Sensibilität für das Thema Artenvielfalt gegeben, sagte der Biologe. Dass es jetzt so ist, sei gut. Dennoch habe sich der Kreisjagdverband wegen der fehlenden Praxistauglichkeit nicht am Volksbegehren beteiligt.

„Für uns ist der Gesetzentwurf wichtig, damit sich die Landschaft wieder etwas mehr zum Natürlichen hin verändert“, sagte Norbert Hufschmid vom BN. Doch dürften nicht nur die Bauern in die Pflicht genommen werden, auch andere Faktoren spielten eine Rolle. „Vögel kommen auch an Fensterscheiben ums Leben.“ Auch dürfe man den Klimawandel als „Überthema“ nicht außer Acht lassen.

Schreder nannte einige Beispiele, die bereits jetzt dem Artenschutz dienen sollen. So gebe es Anträge, dass Landkreis und Stadt Erding beim Verpachten an Landwirte die Pacht senken sollen, wenn der Landwirt einen Teil ökologisch wertvoller Flächen schafft. „Das muss freiwillig sein, und es muss sich für den lohnen, der das Ganze umsetzt.“ Die Jagdpächter würden schon sehr lange im Rahmen ihrer Hegepflicht durch den Tausch oder die Pacht von Flächen Biotope anlegen.

Dieter Sedlmayer von der Wildland-Stiftung Bayern regte an, bei einem Gesetzentwurf die Kommunen mit ihren eigenen Flächen mit heranzuziehen.

BBV-Kreisobmann Jakob Maier befürwortete einen finanziellen Anreiz für Blühstreifen, forderte aber auch, die Bauern nicht über Gebühr zu reglementieren und in ihrer Arbeitsweise einzuschränken. Es sei ihre Aufgabe, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen.

Als Ergebnis will Schreder verschiedene Themen in den Landtag mitnehmen. Dazu gehören der Abbau bürokratischer Hürden ebenso wie Artenreichtum als Produktionsziel in die Landwirtschaft zu integrieren. 

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