Kinder im Mittelpunkt: Im städtischen Kindergarten St. Antonius helfen Leiterin Christina Nuspl (hinten, r.), ihre Stellvertreterin Claudia Sagkob (hinten, l.) und das ganze Team dabei, dass die Mädchen und Buben zu lebensfrohen und selbstbewussten Menschen heranwachsen. foto: kaindl

40 Jahre St. Antonius Erding: Generationen von Kindern ins Leben geführt

Erding - Lernen mit Herz, Hand und Hirn ist einer der Grundsätze des Sankt-Antonius-Kindergartens in Erding. Das 40-jährige Bestehen an der Prielmayerstraße wird mit einem Sommerfest gefeiert.

Begonnen hat die St.-Antonius-Geschichte weitaus früher als vor 40 Jahren. Im alten Erdinger Heimatmuseum erzogen die Ordensschwestern die Jüngsten der Stadt, 1855 wurde die Kinder- und Bewahranstalt eröffnet. „Damals waren noch 45 Kinder in einer Gruppe“, erzählt die heutige Kindergarten-Leiterin Christina Nuspl. Sie ist dankbar, dass es aktuell nur noch 25 Kinder sind, die eine Erzieherin betreuen muss.

Nach dem Krieg übernahm der Orden der Armen Schulschwestern den Kindergarten. Er leitete ihn bis 1999. 1971 wurde beschlossen, in ein neues Gebäude umzuziehen. Ein Jahr später durfte man schon Eröffnung feiern. Dass der Kindergarten nach wie vor St. Antonius heißt, hat er Schwester Simone, seiner langjährigen Leiterin, zu verdanken. Sie und ihre Ordensschwestern Liwina und Martinella gelten bis heute als wichtige Bezugspersonen für Generationen von Erdinger Kindern.

Nicht alle Mädchen und Buben waren 1972 ins neue Gebäude umgezogen. Einige wechselten zur Militärwohlfahrt an der Rotkreuzstraße und nannten ihren neuen Kindergarten Sankt Antonius, was Schwester Simone gar nicht gefiel: „Sie schrieb unendlich viele Briefe an Bürgermeister und Landrat und setzte sich sehr für den Namen ein“, erinnert sich Nuspl. Letztlich hatte Schwester Simone Erfolg. Ihr Kindergarten behielt den Namen St. Antonius, die Einrichtung an der Rotkreuzstraße wurde nach St. Franziskus benannt.

Nuspl und ihre Stellvertreteterin Claudia Sagkob erinnern sich gerne an die alten Zeiten. Mit den neuen Medien und dem wachsenden Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund im städtischen Kindergarten hat sich mittlerweile viel verändert. „Wir achten sehr auf Sprachunterricht und bringen den Kindern viel Deutsch bei. Aber auch das Rechnen beginnt schon früh“, erklärt Nuspl. Sie spricht sich deutlich gegen eine frühe Einschulung aus. „Den Kindern wird einfach die Zeit genommen. Immer früher sollen sie in die Schule gehen.“ Früher erkundeten die Kleinen die Natur mit ihren Händen und Füßen, waren viel draußen unterwegs und spielten. Heute werde der Nachwuchs daheim oft vor dem Fernseher geparkt. Das Austoben falle häufig komplett weg. „Und im Kindergarten sind sie dann unkonzentriert und zappelig“, resümiert Nuspl.

Auch deshalb wählte der Kindergarten St. Antonius mit seinen 115 Kindern traditionelle Märchen als Schwerpunkt für das Jubiläumsjahr. „Sie vermitteln uns Werte, auf die jeder im Alltag zurückgreifen kann. Manchmal braucht man einfach eine gute Geschichte und ein gutes Ende, das einen wieder aufbaut“, sagt Nuspl.

Die 59-Jährige ist seit 1988 an der Prielmayerstraße beschäftigt, seit 2000 leitet sie den Kindergarten. Er ist übrigens der einzige von insgesamt 17 in Erding in städtischer Trägerschaft.

Beim Sommerfest am Samstag, 16. Juni, ab 14 Uhr steht auch eine Dornröschen-Aufführung auf dem Plan. (akl)

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