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Ein Glanzlicht an einem bunten Abend: Der Schulchor sang vor der in der Turnhalle der Mädchenrealschule Heilig Blut versammelten Festversammlung.

120 Jahre Mädchenrealschule Heilig Blut

Witzig, lustig, kurios: Das bunte Leben in Heilig Blut

Eine einfallsreiche Liebeserklärung an eine jung gebliebene Jubilarin: Das war der Festakt zum 120. Geburtstag der Mädchenrealschule Heilig Blut am Dienstag in der Turnhalle.

Die informative, farbenfrohe, klangvolle und kreative Gestaltung des Abends sprach für sich. Schulleiter Josef Grundner nannte die Gründerin Maria Theresia Gerhardinger und die Armen Schulschwestern „Revolutionäre“ des Schulwesens, die Mädchen eine umfassende Bildung ermöglicht hätten. Folgerichtig stehe Gerhardingers Büste in der der Ehrenhalle der Walhalla.

Dr. Ralf Grillmayer erinnerte als kirchlicher Vertreter daran, dass Heilig Blut die älteste Schule in der Trägerschaft der Erzdiözese sei. Sie blicke auf eine „lange und reiche Geschichte“ zurück.

„Glück auf, gute Zukunft, einen schönen unterhaltsamen Abend“, wünschte der stellvertretende Landrat Jakob Schwimmer. Und der war den Gästen geboten: Mit schwungvollem Esprit tanzten die Töne der MRS-Girls, dirigiert von Christiane Scharfe, Rock’n Roll in der Turnhalle. Die Bläserklasse 5b setzte zu den launigen Worten der ehemaligen Lehrer Heinrich Schmitt und Albert Westermaier markante musikalische Akzente.

120 Jahre Mädchenrealschule Heilig Blut: Bilder

Das Duo plauderte aus der Schule. Die Anekdoten und Geschichten waren mit einer Bilderschau illustriert. Vor allem Schülerinnen- und Lehrerbonmots sorgten für Heiterkeit. Die lustigen Stilblüten hatten so manche Schulaufgabe bereichert und das Unterrichtsgeschehen aufgelockert. So erfuhr man, dass die Fließgeschwindigkeit beim Trinken eine Rolle spiele und das Reinheitsgebot von 1516 eine klare Aussage habe: „Man soll Hopfen und Malz ehren.“

Kurioses aus der Tierwelt war auch dabei: Der mit „zuen“ Augen auf die Welt kommende Hund sei ein „Blindgänger statt Nesthocker“, wohingegen sich das Küken als Nestflüchter so bald wie möglich auf seine vier Beine mache. Eine neue Erkenntnis dürfte es sein, dass der Wolf ein „Fleißfresser“ sei. Kühne Aussagen gab es im Sexualunterricht: „Die Gebärmutter ist ein kräftiger Hohlknochen“. Die weibliche Eizelle werde von einer männlichen Eizelle befruchtet.

Die beiden Lehrer erzählten von legendären Maibaum- und Faschingsfesten, Skilagerturbulenzen, innovativen Projekten, die als außerschulische Aktivitäten mit diversen Preisen honoriert wurden. Die Rede war auch von originellen Kunstexponaten, musikalischen Highlights und von den beliebten Aufführungen des Lehrertheaters, das Stücke von Ludwig Thoma auf die Bühne brachte. Dafür gab es den Kulturpreis des Landkreises.

Frei nach Udo Jürgens unternahm der Schulchor (Leitung Andreas Steinegger) einen „Gesangsausflug“ in die Schulgeschichte. Das Generationengespräch der Familien Rüdiger und Schamberger über ihre Schulzeit, moderiert von Franz Sellmaier, ließ ebenfalls die Historie von früher bis heute sprechen. Eine schaurig-schöne „Mondscheinkonferenz“ hielten die Lehrer in ihrem Sketch ab und informierten dabei auch über den aktuellen Stand des Fußballspiels FC Bayern gegen Atlético Madrid.

Vroni Vogel

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