Jahreshauptversammlung

Naturschützer sorgen sich um Lindenallee

Zwei Baum-Themen wurden bei der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Erding des Bund Naturschutzes besonders diskutiert.  

Erding – Der richtige Umgang mit Bäumen, darin sind sich die Mitglieder des Bund Naturschutz (BN) einig, bedarf einiger Nachbesserung. Das war aber nur ein Thema in der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Erding im Erdinger Weißbräu. Zwei Baum-Themen ärgern die Naturschützer besonders: die Lindenallee an der Kreisstraße ED 2 bei Kirchberg sowie die gefällten Bäume an der ED 5 zwischen Moosinning und Notzing.

Bernhard Fries von der Ortsgruppe Taufkirchen sagte bezüglich der Lindenallee: „Bei einer Versammlung in Arndorf haben wir und einige Grundstücksbesitzer gefordert, die dort gefällten Bäume durch Nachpflanzungen an den bisherigen Standorten zu ersetzen.“ Doch Landrat Martin Bayerstorfer habe ihnen gesagt, dass diese neuen Bäume aus Sicherheitsgründen mindestens 4,50 Meter von der Straße entfernt sein müssten. Die Alternative: die ED 2 zur Gemeindeverbindungsstraße abstufen (wir berichteten). Derzeit würden an der Lindenallee noch rund 210 Bäume stehen. Es gehe nun darum, den Charakter einer Allee als Naturdenkmal zu erhalten, so Fries. Zudem stellte er in Frage, ob die gefällten Linden überhaupt krank gewesen seien.

Einen besonderen Frevel deckte Sabine Lanzner aus Erding auf. „Wir haben als Mahnmal für die nach unserer Meinung zu Unrecht gefällten Bäume an der ED 5 für jeden Baum ein Marterl aufgestellt.“ Kinder hätten mit viel Eifer Holzkreuze gebastelt, bemalt und an den entsprechenden Stellen in den Boden gesteckt: „Tags darauf fanden wir sie allerdings in einem nahen Wald liegen, offensichtlich herausgerissen von Banausen, denen unsere Aktion nicht gefiel.“ (wir haben berichtet).

Danach referierte Kreisvorsitzende Gabriele Betzmeir aus Aufkirchen über die Aktionen im vergangenen Jahr, zum Beispiel über die laufende Klage des Bund Naturschutz gegen den geplanten Zeltplatz am Notzinger Weiher und die Petition gegen die angesprochene Abholzung der Lindenallee im Landtag.

Kassier Robert Buckenmaier aus Langenpreising gab einen Einblick in die Vereinsfinanzen. Einnahmen von rund 41 000 Euro standen Ausgaben von rund 33 000 Euro gegenüber, der BN verfügt über einen Kassenstand von rund 46 000 Euro.

Schließlich berichtete Geschäftsführer Manfred Drobny aus Freising, dass der Verein derzeit 2936 Mitglieder habe. Und er kritisierte die Pläne für eine dritte Startbahn am Flughafen, denn die Flugbewegungen im ersten Quartal 2018 seien nur um 0,2 Prozent gestiegen: „Es gibt also nach wie vor keinerlei Begründung für eine weitere Bahn.“ Er dankte zudem allen fleißigen Aktiven bei der Haus- und Straßensammlung. Immerhin waren dabei über 14 000 Euro zusammen gekommen, die Realschule Taufkirchen hatte davon fast die Hälfte gesammelt. Friedbert Holz

Rubriklistenbild: © dpa / Holger Hollemann

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