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Der wohl wichtigste Auftritt ihres Lebens: Sängerin Janine Hecht machte ihrem Mann Benno bei ihrer Hochzeit eine musikalische Liebeserklärung.

Interview: Janine Hecht

„Auf kleinen Bühnen fühle ich mich wohler“

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Erding - Heute startet die neue Staffel von „The Voice of Germany“. Vor drei Jahren war die Erdingerin Janine Hecht Kandidatin in der Castingshow. Wir sprachen mit der 26-Jährigen über diese Zeit, ihre Musik und ein ganz besonderes Projekt, das mit Musik nichts zu tun hat.

Frau Hecht, Ihre Teilnahme an „The Voice“ ist jetzt drei Jahre her. Hat sich dadurch Ihr Leben verändert?

Janine Hecht: Überhaupt nicht. Im Grunde habe ich einfach an einer Fernsehshow teilgenommen – das war’s auch schon.

Haben Sie etwas aus dieser Zeit für Ihr Leben mitgenommen?

Hecht: Das auf jeden Fall. Ich habe die Bestätigung bekommen, dass die große Bühne einfach nichts für mich ist. Ich fühle mich wohler mit einem kleineren, überschaubaren Publikum, vor dem ich singen und tragen darf, was ich will.

Also liegen Ihnen die kleinen Bühnen besser?

Hecht: Definitiv. Es ist gemütlicher und persönlicher, im kleinen Rahmen aufzutreten. Natürlich war es ein totales Glück, die Chance gehabt zu haben, in Berlin auf der großen Bühne zu stehen, mit tausenden Zuschauern vor dem Fernseher. Und das schätze ich auch. Aber so eine große Bühnenshow ist eben auch verbunden mit Dingen, die nicht viel mit Musik zu tun haben: Was sagt man im Interview, was zieht man an, wie wird man geschminkt, welches Image verkörpert man, ist der Songtitel auch erfolgreich in den Charts. Kurz: ich war sehr gerne wieder daheim in Erding und freue mich immer, bekannte Gesichter im Publikum wiederzufinden.

Im Rückblick: War es für Sie gut, bei der Sendung mitzumachen, oder bereuen Sie es?

Hecht: Ich bereue es auf jeden Fall nicht. Hätte mir trotzdem jemand vorher erzählt, was da auf mich zukommt, hätte ich es vielleicht nicht getan. Man ist einem Druck ausgesetzt, und das ging mir leider sehr an die Stimme. In der Blind Audition habe ich um mein Leben gekrächzt. Das ein paar Monate später daheim im Fernsehen zu sehen, war eine Zumutung. Allerdings ist es dann ja besser gelaufen. Und ja, man freut sich über das tolle Feedback und darüber, dass danach ein paar Leute mehr an meiner Musik interessiert waren und zu den Auftritten kamen. Aber für mich ging das Leben ganz schnell wieder weiter – und das war alles auch gut so.

Gab es Fans, die Sie auf der Straße angesprochen haben?

Hecht: Ja, das hätte ich nie im Leben gedacht, aber tatsächlich wurde ich im Supermarkt an der Kasse, in der Therme Erding oder in der Stadt darauf angesprochen. Und lustiger Weise passiert das sogar heute noch. Sogar mein Fitnessstudio hat mir damals einen Brief geschrieben, dass sie mir ganz arg die Daumen drücken. Das war eine verrückte Erfahrung.

Wie ging es nach „The Voice“ musikalisch weiter?

Hecht: Direkt im Anschluss habe ich wieder am Barabend der Kreismusikschule teilgenommen, das fünfte Mal in Folge mit Dieter Geitz. Und so proppenvoll hatte ich unsere Aula noch nie erlebt, das war ein super Gefühl. Im Sommer danach hatte ich die Ehre, mit tollen Musikern der Erdinger Szene – Johannes Rothenaicher, Arno Haselsteiner, Florian Rogall, Dieter Geitz und Bonifaz Prexl – auf verschiedenen Veranstaltungen zu spielen, unter anderem beim Sinnflut und beim Altstadtfest. Auch in Regensburg, München, Landshut und Mainburg hatte ich Auftritte. Besonders Spaß gemacht hat mir meine große Gesangsrolle im „Dschungelbuch“ von der Volksspielgruppe Altenerding in der Stadthalle.

Also ist Musik nach wie vor ein Hobby, das Ihnen Spaß macht?

Hecht: Absolut – so sehe ich das immer noch! Und ja, ich habe schon ein bisschen was geplant fürs kommende Jahr: Zusammen mit dem jungen Theater der Volksspielgruppe Altenerding und Benjamin Stang, Géraldine Chalaud und mir in der Regie bringen wir ein tolles Stück auf die Stadthallenbühne. Wir freuen uns riesig darauf, und ich kann verraten, dass es viel Musik auf der Bühne geben wird.

Dürfen sich die Fans auch mal auf eine eigene Platte freuen?

Hecht: Das habe ich auf jeden Fall vor. Allerdings haben nun erst einmal andere Projekte oberste Priorität. Und auf ein ganz besonderes „Projekt“ freue ich mich schon mein Leben lang: Ich erwarte mein erstes Baby im Februar.

Herzlichen Glückwunsch! Und wir dürfen sogar doppelt gratulieren: Sie haben im Mai geheiratet. Wer ist der Glückliche?

Hecht: Vielen lieben Dank! Tatsächlich haben mein Mann Benno und ich uns schon viele Jahre gekannt. Ich war etwa 13 Jahre alt, als wir uns durch die Musik kennengelernt haben. Benno war Schlagzeuger der Erdinger Band Größe 4, die damals mit Deutschpunkrock die lokale Musikszene unsicher gemacht hat. Und er gehörte zu meinem Freundeskreis, mit dem ich aufgewachsen bin. Somit haben sich unsere Wege über die Jahre immer wieder gekreuzt. Gefunkt hat es erst nach „The Voice“. Im Verloben und Heiraten waren wir dann sehr schnell. Umso schöner ist es nun, dass es mit dem Kinderwunsch auch gleich so schnell geklappt hat.

Stimmt es, dass Sie für Ihren Mann in der Kirche ein Lied gesungen haben?

Hecht: Ja, das stimmt. Und es war wirklich ein toller Moment, den wir beide nie vergessen werden. Meine Musikerfreunde haben mich in der Kirche am Altar mit Geige, Klavier und Gitarre begleitet. Ich hatte für Benno den Song „Schweigen ist Silber“ von Philip Poisel etwas umgeschrieben. Seine erste Reaktion war zwar „Nein, das machst du jetzt nicht – du spinnst“. Aber er war total platt und sehr ergriffen. Auch die Gäste hatten nicht damit gerechnet. Ich war super nervös, aber ich habe es ganz gut hinbekommen.

Sie sind nach wie vor im Marketing der Therme Erding tätig, haben sich aber auch mit der „Grafikkiste Bach“ selbstständig gemacht. Wie kam es zu diesem Schritt?

Hecht: Das ist richtig. Meine Aufgaben im Marketing der Therme Erding sind spannend und haben mich weitergebracht. Doch im Herzen bin ich immer noch Fotografin und Mediendesignerin. Es ist toll, nebenbei einen so schönen Beruf auszuüben. Und der Name „Grafikkiste Bach“ verrät es: Ich habe den Namen meines Mannes angenommen. Musik werde ich aber weiterhin als Janine Hecht machen.

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