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Drei Jazzgrößen ,  die selten zusammen auf der Bühne sind, spielten am Samstagabend bei den Ja zz Tagen Erding in der Kreismusikschule:  Peter Fessler (Gitarre, im Bild), Alfonso Garrido (Percussion) und Joo Kraus (Trompete). 

Jazz Tage Erding

Jazz Tage Erding: „Wahnsinns-Jazz“ mit drei Größen

Klein, aber fein die diesjährigen Jazz Tage Erding und ein Highligt gab‘s obendrein: Drei Jazzgrößen, die in dieser Formation selten zusammen spielen:  Peter Fessler, Alfonso Garrido und Joo Kraus.

Erding– Drei absolute Jazzgrößen, die in dieser Konstellation nur selten zu hören sind, gaben am Samstagabend in der Kreismusikschule den Ton an. Das Trio Peter Fessler (Gitarre und Gesang), Trompeter Joo Kraus und Alfonso Garrido an den Percussions überzeugte durch hochvirtuose, meist brasilianisch gefärbte Klänge und Rhythmuskaskaden.

Heuer standen bei den Erdinger Jazz Tagen, die wegen Allerheiligen einen Tag kürzer waren, kleinere Formationen statt wuchtiger Besetzungen auf der Bühne der Kreismusikschule. Duophonic bescherte dem Publikum aber einen unvergleichlichen Abend, geprägt durch eine ganz eigene Art des Spiels – die Künstler zeigten dabei deutlich: Masse macht nicht Klasse. Die drei Musiker wirkten unaufgeregt, fast schon entspannt. Ein Zeichen, an dem man die absoluten Profis erkennt. Die Freude am gemeinsamen Spiel, an der eigenwilligen Interpretation bekannter Lieder, aber auch der Präsentation eigener Jazz-Kompositionen verschmolz zu einem polyphonen Klang der Extraklasse.

Peter Fessler, der schon mit Größen wie Al Jarreau und Toots Thielemans oder Randy Crawford auf der Bühne stand, ragte nicht nur durch sein Spiel und die außergewöhnliche Interpretation der Lieder heraus – mal sang er besonders tief, dann ging die Stimme erneut in die Höhe. Er brillierte vor allem als Tonkünstler bei eigenen Stücken. Etwa „Rapido, Rapido“, ein Lied, das davon handelt, dass immer alles „verdammt schnell“ gehen muss, oder „Your Eyes“ ein Chanson d’amour, den er als 23-jähriger und jungverliebter Mann geschrieben hat und der heuer auf CD aufgenommen wird. Dabei moderierte er mit viel Witz: „Das ist das Schöne, wir können alle unsere persönlichen Dramen oder Komödien gleich in Songs verpacken.“

Gitarrist Fessler arbeitet schon länger mit dem Chilenen Alfonso Garrido zusammen, den er als „Zauberer an den Percussions“ bezeichnete. In der Tat, der Rhythmus, den Garrido vorgab, war eigenwillig, er jonglierte mal virtuos, mal sensibel und dann wieder voller Kraft am Schlagzeug. Die beiden Jazzmusiker sind als Duophonic bekannt. „Feat“ ist die Erweiterung des Duos durch Joo Kraus, der zur ersten Liga im deutschen Jazz gehört und sich mit seiner Trompete profilierte. Er entlockte diesem Instrument kapriziöse Klänge, bekam für seine Soli viel Applaus. Der Mainstream-Song „What a Difference a Day Makes“ bekam indes genauso viel Anerkennung vom Publikum wie „A Ra“ von Joao Donato, ein Lied, „das von einem Frosch handelt und einen völlig sinnfreien Text hat“, erzählte Fessler.

Mit technischer Perfektion hätten die Jazzer die Körpersprache verinnerlicht, so Kreismusikschulleiter Bernd Scheumaier. Und so könnte das Trio aus dem Moment heraus spielen und offeriere dabei „das, was die Seele ausmacht.“ Scheumaier verwies auf die Ausführungen der einzelnen Künstler: „Bei klassischer Musik ist das Korsett enger, hier wird mit der Stimme gespielt und dem Rhythmus laviert.“ Das mache die Musik so lebendig.

Als Zugabe spielte das Trio „New York, Rio, Tokyo“. Nach zwei Stunden Jazz der Meisterklasse merkte man den Musikern die Anspannung doch ein wenig an. „Das war Wahnsinns-Jazz“, fasste Landrat Martin Bayerstorfer lobend zusammen. (Michaele Heske)

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