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Wasser und Obst - eine Woche heißt es bei Franz Angermeier sogar Heilfasten.

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Jeder Sonntag ist ein „kleines Osterfest“

Die Fastenzeit sind 40 Tage des Verzichts. Den einen oder anderen schreckt das ab. An Sonntagen darf aber eine Ausnahme gemacht werden.

Erding Verzicht in der Fastenzeit – für viele gehört das einfach zu den 40 Tagen nach Aschermittwoch. Seinen Ursprung hat der Brauch in der christlichen Tradition, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren und auf Gott zu besinnen. Was viele nicht wissen: Die Sonntage sind vom Fasten ausgenommen und wie ein „kleines Osterfest“. Das berichtet Pfarrer Josef Kriechbaumer auf Nachfrage.

Für viele Fastende steht die Gesundheit im Vordergrund – so bei Daniel Hailer (21) aus Hofsingelding. Er versucht, weniger Süßigkeiten und Fleisch zu essen. Dadurch will er fit bleiben, was ihm auch für seinen Beruf als Landschaftsgärtner hilft. Außerdem will er es etwas ruhiger angehen lassen und geht deshalb weniger feiern. „Ich finde es schade, dass nicht mehr so viele Menschen fasten, aber ich kann es auch verstehen, weil es wirklich schwierig ist, die ganze Zeit durchzuhalten“, meint er.

Tatsächlich war es für diesen Artikel nicht so leicht, gerade junge Menschen zu finden, die fasten. Etliche Mitglieder der Katholischen Landjugend im Landkreis winkten ab – zum Beispiel die 16-jährige Maria Gotter aus Steinkirchen: Die Auszubildende faste ebenso wenig wie ihre Freundinnen, berichtet sie. Der 22-jährige Florian Bernhard aus St. Wolfgang meinte, er sei im Alltag froh, wenn er „die anderen Dinge auf die Reihe bekommt“. So könne er sich nicht aufs Fasten zu konzentrieren.

Fürs Durchhalten hat Pfarrer Kriechbaumer, Leiter des Pfarrverbands Isen, einen Tipp: „Wenn man sich zu viele verschiedene Sachen vornimmt, funktioniert das meistens nicht. Man sollte sich eines aussuchen.“ Er verzichtet heuer auf Alkohol.

Beten, fasten, Almosen geben

In der gesamten Fastenzeit seien drei Dinge wichtig, sagt der Pfarrer: beten, fasten und Almosen geben. „Durch den Verzicht wird uns bewusst, wie gut es uns geht. Deshalb sollte man auch an hilfsbedürftige Menschen etwas weitergeben“, erklärt er.

Für Simon Hundschell aus Isen ist das Fasten auch eine Gewohnheit. „Das haben wir als Kinder schon immer gemacht“, erzählt er. Der 21-Jährige versucht, weniger Süßigkeiten und Fleisch zu essen und sich allgemein weniger zu gönnen. So geht er weniger feiern oder zum Essen. Er hofft, ein paar Kilos zu verlieren, die er während einer Prüfungsphase zugelegt habe. Vor allem das Naschen von Süßigkeiten während des Lernens für seinen Meister seien Schuld daran gewesen.

Etwas anders ist es bei Franz Angermeier aus Fraunberg. Der 64-jährige Rentner ist Pfarrgemeinderatsvorsitzender und seit über zehn Jahren Mitorganisator der begleiteten Fastentage. Dieser einwöchige Kurs wird von einer Heilpraktikerin betreut, und auch Angermeier wird dabei heilfasten, also auf feste Nahrung verzichten.

„Es ist, wie wenn man einen Hebel umlegt, dann ist Fastenzeit“, erzählt er. Durch den Kurs finde er immer wieder die Motivation durchzuhalten. Nach der Woche Heilfasten verzichtet er auf Kaffee und isst weniger Fleisch. Neben der Gesundheit spielt für ihn auch ein meditativer Aspekt eine Rolle. „Durch das Fasten lernt man, die Zeit für sich zu nutzen und sich für eine gewisse Zeit vom Alltag auszuklinken.“ Allerdings, das gibt Angermeier zu, werde er auch etwas dünnhäutiger. Andererseits würden bei ihm Energien freigesetzt, und er bekomme den Drang, sich zu bewegen.

Maria Bachmaier

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