Über 50 Prozent Steigerung in zehn Jahren 

Das Jobwunder von Erding

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In keinem Landkreis in der Wirtschaftsboom-Region München sind in den vergangenen zehn Jahren so viele Jobs entstanden wie in Erding. Der Wohnungsbau zieht leicht an, der Mangel bleibt jedoch bestehen.

Erding – 39 600 sozialversicherungspflichtige Jobs gab es Ende 2015 im Landkreis. In der Summe befindet sich Erding damit nur in der unteren Hälfte der Landkreise rund um München. Was die Zahl wert ist, zeigt sich erst beim prozentualen Vergleich: Denn in den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der vollwertigen Jobs mit Anspruch unter anderem auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall um mehr als die Hälfte gestiegen. Das Plus beträgt rund 54 Prozent.

Zum Vergleich: In Freising sind es 17, in Ebersberg 27 und in der Landeshauptstadt 20 Prozent. Diese Zahlen des Statistischen Landesamtes hat nun der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München gebündelt und veröffentlicht.

Dass hinter den 54 Prozent ein echtes Wirtschaftswachstum steht, ist an mehreren Daten ablesbar. Die Bevölkerung – 2015 wurden knapp 134 000 Einwohner gezählt – nahm im gleichen Zeitraum um neun Prozent zu. Ebersberg verzeichnet elf, Freising knapp acht Prozent Plus.

Die Anmeldung neuer Gewerbe steigt jährlich um 26 Prozent, die jährliche Abmeldequote liegt hingegen nur bei 21 Prozent.

Der nächste Beleg ist die Arbeitsplatzdichte: 2005 kamen auf 1000 Einwohner 210 Arbeitsplätze. Zehn Jahre später waren 296 auf 1000. Parallel dazu weist Erding die geringste Arbeitslosenquote auf. 2015 betrug sie im Schnitt 2,0 Prozent. Zum Vergleich: In München lag die Quote bei 4,9, in der Region bei 3,8 und in Bayern bei 3,6 Prozent.

Wenn in Erding Oberbürgermeister Max Gotz die Ansiedelungspolitik und letztlich auch die umstrittene Logistikhalle in Erding-West mit dem Ziel begründet, nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch Pendler aus Erding an ihrem Wohnort zu halten, gibt ihm die Statistik recht: Innerhalb des Landkreises pendeln 12 100 Menschen, in den Landkreis kommen täglich 16 600 Arbeitnehmer, die Auspendler werden mit 34 500 beziffert.

Ein Problem eint die Region: die eklatanten Mängel auf dem Wohnungsmarkt, verbunden mit immer weiter steigenden Preisen. In den vergangenen Jahren hat nach Berechnung des Planungsverbands die Bevölkerung um 300 000 Menschen zugenommen – das entspricht in etwa einer Stadt wie Augsburg. Mit dieser Entwicklung kann der Immobilienmarkt nicht Schritt halten. Verschärfend kommt hinzu: Es wohnen immer weniger Menschen in einer Einheit. Gleichzeitig beanspruchen die Menschen immer größere Wohnflächen.

Für den Wohnungsbau im Landkreis Erding war 2015 ein gutes Jahr, denn es wurden 708 Wohneinheiten fertiggestellt – bei einem Zehn-Jahres-Mittel von 577. Insgesamt waren Ende 2015 knapp 58 000 Wohneinheiten verzeichnet, die im Schnitt von 2,3 Menschen bewohnt wurden. Auf 1000 Einwohner kommen 431 Wohnungen. Fast nicht existent war der Bau geförderten Wohnraums: Die Statistik listet 2015 gerade einmal elf Wohnungen im Landkreis auf.

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