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Der Jubilar Georg Gruber mit Ehefrau Pauline (vorne) und den Gratulanten (hinten, v. l.): Schwieger-Enkel Dr. Ole Schmitt, Landrat Martin Bayerstorfer, Vdk-Vorsitzender Bernd Schabenberger, Tochter Marlene Hohlbach mit Enkelin Charlotte Schmitt, Vize-Bürgermeister Ludwig Kirmair, Enkelin Dr. Verena Schmitt, Schwiegersohn Prof. Dr. Gerd Hohlbach. 

Jubiläen

Seehofer gratuliert zum 95. Ehrentag

„In meiner Jugendzeit lag immer viel Schnee an meinem Geburtstag“, erinnert sich Georg Gruber, der am Neujahrstag seinen 95. Geburtstag feiern konnte. Als fünftes von sieben Kindern wuchs er auf dem elterlichen Bauernhof in Oberhummel auf. Er besuchte die Volksschule und gehörte zu denjenigen, die dem Lehrer auch ab und zu Streiche spielten. „Aber Einzelheiten verrate ich nicht“, sagt er verschmitzt. Gruber machte eine Lehre in einem Lebensmittelgroßhandel, bei Kolonialwaren Christian Huß in Freising, der ihn nach bestandener Prüfung sofort übernahm.

Erding„In meiner Jugendzeit lag immer viel Schnee an meinem Geburtstag“, erinnert sich Georg Gruber, der am Neujahrstag seinen 95. Geburtstag feiern konnte. Als fünftes von sieben Kindern wuchs er auf dem elterlichen Bauernhof in Oberhummel auf. Er besuchte die Volksschule und gehörte zu denjenigen, die dem Lehrer auch ab und zu Streiche spielten. „Aber Einzelheiten verrate ich nicht“, sagt er verschmitzt. Gruber machte eine Lehre in einem Lebensmittelgroßhandel, bei Kolonialwaren Christian Huß in Freising, der ihn nach bestandener Prüfung sofort übernahm.

Nach nur einem Jahr folgte die Zeit beim Reichsarbeitsdienst in Rennes in Frankreich, wo er zum Feldpostamt abkommandiert wurde. Die Gebirgspioniere in Mittenwald waren sein nächstes Ziel, aber bereits nach zwei Monaten kam er an die Ostfront. Hier wurde er bei Maikop schwer verwundet, erlitt einen Oberschenkel-Schussbruch. Russische Soldaten hatten sich einem Spähtrupp ergeben, die nun für ihn eine Trage aus Weiden flochten und ihn ins Lazarett im Tal trugen. Dies geht ihm heute noch sehr nahe, auch, weil er sich nie bei den russischen Soldaten bedanken konnte, die als Kriegsgefangene abtransportiert worden waren. Viele Operationen waren nötig, zuletzt im Sommer 1948, denn die Knochensplitter sorgten immer wieder für eine Vereiterung der Wunde. „Ich hab’ so ein Glück gehabt“ sagt er im Nachhinein, denn „damals hab ich nicht gedacht, dass ich die Heimat wieder sehe, geschweige denn heiraten werde“, erzählt der Jubilar mit feuchten Augen.

1949 kam er zum Versorgungsamt, einige Jahre später zum Landessozialgericht. Er war bei seinen Kollegen sehr beliebt, wurde schließlich zum Personalratsvorsitzenden gewählt.

Auch seine Vorgesetzten schätzen ihn sehr. Nach 34 Dienstjahren ging Gruber im Januar 1983 in den Ruhestand. Doch er blieb noch 30 Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht tätig, war bis vor kurzem auch noch bei den monatlichen Stammtischen in München dabei. „Sogar ein ehemalige Vorgesetzter hat mir zum Geburtstag gratuliert und auch Ministerpräsident Horst Seehofer“, berichtet der Jubilar stolz.

Privat hat er mit seiner Frau Pauline, die er 1952 kennengelernt und geheiratet hatte, das große Glück gefunden, das durch die beiden Kinder Albert und Marlene gekrönt wurde. Gemeinsam haben sie viele Jahrzehnte ihre Urlaube in Südtirol verbracht.

1953 erwarb das Ehepaar das Haus, das sie 1965 komplett umgebaut hatten und in dem sie nun ihren Lebensabend verbringen können. „Neben dem Schafkopfen war der Garten mein Hobby“, sagt der Jubilar strahlend. Die Blumenpracht ist inzwischen weniger geworden, aber die traditionellen Tomatenstöcke werden immer noch gepflanzt und die Bäume zurückgeschnitten.

Seit 70 Jahren ist Gruber Mitglied im VdK. Beim Siedlerbund ist er schon Jahrzehnte Mitglied, ebenso beim FC Eitting. In der Jugend hat er viel gekickt, aber durch die Verwundung war an Fußball spielen nie zu denken. Als begeisterter Zuschauer stand er in den vergangenen Jahrzehnten oft am Spielfeldrand.

Gruber feierte im vergangen Jahr mit seiner Frau Pauline die Eiserne Hochzeit. Tochter Marlene hatte dafür gesorgt, dass die beiden ihren Lebensabend im eigenen Heim verbringen können. Dafür sind die beiden ihr sehr dankbar und hoffen, dass sie noch ein paar Jahre gesund bleiben. 

Elvi Reichert

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