Jugendamt sagt Komasäufern den Kampf an

Erding - Jugendliche Kampftrinker sollen es im Fasching schwer haben. Die Polizei kontrolliert, das Jugendamt will rigoros handeln.

Der Alkoholmissbrauch Jugendlicher wird für das Jugendamt immer mehr zum Problem. "Das Kampfsaufen nimmt zu, und die Täter werden immer jünger. Im vergangenen Jahr mussten 56 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Kreiskrankenhaus eingeliefert werden", berichtete der Leiter des Jugendamtes, Bernd Grabert, am Donnerstag beim Treffen der Vereinsvorstände im Moosinninger Gasthaus Oberwirt.

Er kündigte an, während der Faschingszeit werde verstärkt kontrolliert, ob die Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden. Das betreffe nicht nur den Ausschank alkoholischer Getränken an Kinder und Jugendliche, sondern auch die Anwesenheit bei den Veranstaltungen.

"Die Veranstalter, bei einem Verein der Vorstand, sind in der Verantwortung. Verstöße werden von der Polizei angezeigt. Dann wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Da muss ich tätig werden", so Grabert.

Bisher sei es noch weitgehend bei Verwarnungen oder Ermahnungen geblieben, doch inzwischen habe sich die Rechtsprechung verfestigt. Der Ermessensspielraum sei sehr eingeschränkt. Das bedeute, dass bei einem Alkoholausschank an Kinder bis zu 8000 Euro Strafe möglich seien. Würden Jugendliche unter 18 Jahren nach 1 Uhr bei einer Veranstaltung angetroffen, sei ein Bußgeld bis zu 6000 Euro möglich.

Grabert ermahnte die Anwesenden, die Ausweise streng zu kontrollieren und die betreffenden Personen rechtzeitig nach Hause zu schicken. "Notfalls hilft es, die Musik so lange abzustellen, bis die Jugendlichen gegangen sind", so Grabert.

Alfred Stangl, Vorsitzender des SV Eichenried, meinte, es lohne sich kaum noch, ein Fest zu machen: "Die Ordner sind so teuer. Da geht fast der gesamte Gewinn drauf. Und von den Eltern werde ich beschimpft, weil ich die Kinder heimschicke."

Kritisiert wurden auch Fälle, bei denen sich die Veranstalter geweigert hätten, Kindern oder Jugendlichen Alkohol zu geben "und dann kommen die Eltern und beschimpfen uns, wie blöd wir eigentlich seien, kaufen den Alkohol und geben ihn ihrem Sprössling".

"Eltern können den Jugendschutz nicht aushebeln. Wenn der Veranstalter auf Anweisung der Eltern an Jugendliche Alkohol abgibt, ist er dran. Da hilft nur eine konsequente Haltung", riet Grabert. Moosinnings Gemeinderat Helmut Scherzl bezweifelte den Erfolg: "Je mehr Gesetze es gibt und je strenger sie sind, desto mehr wird getrunken." (nie)

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