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Illustre Runde: der zweite jugendpolitische Stammtisch im AWO-Café an der Münchener Straße. 

Jugendpolitischer Stammtisch 

Heiß debattierte Quote

Erding – Um das spannende Thema Frauenquote zu diskutieren, trafen sich Nachwuchspolitiker aus sechs Parteien im AWO-Café in Erding zum zweiten jugendpolitischen Stammtisch. Auch wenn die Meinungen teilweise weit auseinander gingen: Hier stimmte die Quote zwischen jungen Frauen und Männern.

Rund 20 Teilnehmer aus sechs politischen Jugendorganisationen hatten sich eingefunden: von der Jungen Union, den Jungen Freien Wählern, den Jusos, vom Jungbayernbund, von der Grünen Jugend und den Jungen Piraten. Sie tauschten ihre Meinungen aus zum Thema Frauenquote.

Diese viel diskutierte Zahl soll in Gremien, Parteien und Vorständen großer Firmen einen gewissen Anteil von Frauen zur verpflichtenden Bedingung machen. Einig waren sich die engagiert debattierenden Jugendlichen jedoch darin: Die Quote wird unterschiedlich gesehen und nicht überall und sofort umsetzbar sein. Aber sie habe doch bewirkt, dass über ungleiche Behandlung der Geschlechter vielleicht mehr nachgedacht wird.

Für eine Frauenquote sprachen sich vor allem die Vertreter der Grünen Jugend aus. Sie „leben“ diese in ihrer Partei bereits. Häufig werde die Leistung von Frauen unterschätzt oder gar nicht erst abgefragt. Von Gleichstellung könne überhaupt noch keine Rede sein, weder bei Gehältern oder der Aufgabenverteilung. Frauen würden teilweise unter ihrer biologischen Bestimmung des Kinderkriegens leiden.

Wieso, kam die Frage auf, sollten Frauen nach der Geburt eines Kindes denn zwingend zu Hause bleiben und nicht auch Karriere machen können? Andere Stimmen äußerten sich eher kritisch zu diesem Thema. So wurde hinterfragt, wie sich denn eine Frau fühle, die allein über die Quote in eine leitende Position komme. Wie sie sich dann später, in einem zumeist männlichen Umfeld, gegen dieses Stigma durchsetzen könne. Auch gaben manche Jugendliche – gleich welchen Geschlechts – zu bedenken, dass viele Eltern unterschiedliche Gehälter zum Kriterium machten, wer letztlich nach der Geburt eines Kindes zuhause bleibe.

Auch Ursachen-Forschung wurde betrieben: Spielt es bereits eine Rolle, wie Kinder erzogen werden, etwa bereits als Kleinkinder „geschlechtsspezifisch“? Wollen viele Frauen vielleicht gar nicht in Führungspositionen, weil ihnen Familie und Freizeit mehr bedeuten? Oder scheuen Frauen gar den teilweise menschenverachtenden Stil in höchsten Führungs-Eliten?

Letztlich war sich die Runde einig, dass es gar nicht so sehr auf die Symbolik einer von vielen sehr ungeliebten Quote ankomme. Wichtiger sei doch, als Ziel die Gleichberechtigung zu verwirklichen. Das sahen beide Seiten so.

fez

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