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Talentierter Nachwuchs: Cosima Heilmaier war erstmals bei einem Orchester-Konzert als Solistin mit ihrem Fagott zu hören.  

Sommerkonzert des Kammerorchesters Erding

Junge Solistin und reife Orchesterleistung

Beim Sommerkonzert des Erdinger Kammerorchesters begeisterte die zehnjährige Cosima Heilmaier das Publikum mit ihrem Debüt als Solistin in einem Orchester.

Erding – Petrus sollte bei dem Erdinger Schlagzeuger Edwin Karbaumer Unterricht nehmen. Dann wäre sein dumpfer Trommelwirbel, mit dem er das Konzert des Kammerorchesters am vergangenen Sonntag begleitet hatte, besser gewesen. So war es einfach nur ärgerlich, hat das Gewitter doch die Musiker und ihre Gäste in den Pfarrsaal St. Vinzenz gezwungen.

Orchesterleiter Helmut Veihelmann mobilisierte die letzten Stuhlreserven für seine Gäste, bevor er zur Serenade für Streicher von Max Bruch den Taktstock hob. Bei diesem wunderbaren Konzertabend spielte das Kammerorchester wieder einmal ein Programm, das Generationen übergreifend ankam.Auch dieses Mal waren erstaunlich viele Kinder und Jugendliche gekommen, und wieder gab es für sie wie für die Großelterngeneration einen Musikgenuss. Dabei haben die Musiker auch Stücke einstudiert, die selten in Erding zu hören sind.

Und es war der große Abend der Cosima Heilmaier: Noch nie hatte das Kammerorchester eine so junge Solistin. Sie ist erst zehn Jahre alt, spielt Fagott und Klavier, und brillierte mit dem für sie noch großen Blasinstrument, auf dem sie schon erste Preise auf Landesebene gewonnen hat. Die junge Erdingerin besucht das Anne-Frank-Gymnasium und spielt Fagott, seit sie sechs Jahre alt ist. Sie spielt im Jugendorchester der Bayerischen Staatsoper. Für Cosima war es überdies das Debüt als Solistin in einem Orchester: Johann Wilhelm Ganglberger komponierte die Polka für Fagott und Orchester mit dem Titel „Mein Teddybär“, mit dem sie das Publikum restlos begeisterte. Als sich der Beifallssturm gelegt hatte, zauberte Veihelmann tatsächlich einen Teddybären hervor, und das Mädchen strahlte über das ganze Gesicht. Die Schwestern Sarah (Flöte) und Lea (Klarinette) sowie die Cousine Sophie (Horn) saßen ebenfalls im Orchester, und auch ihnen war der Stolz auf das Familienmitglied anzumerken.

Vroni Vogel aus Walpertskirchen spielte nicht im Orchester mit, doch wer sie kennt, der weiß, welch begnadete Literatin sie ist: Sie war die Erzählerin in der Suite für kleines Orchester von Englbert Humperdinck mit dem Titel „Hänsel und Gretel“, normalerweise als Oper konzipiert, hier aber ohne die Gesangsstimmen intoniert mit all den bekannten Liedern „Suse liebe Suse“ oder auch „Ein Männlein steht im Walde“. Vogel gab eine leicht bearbeitete Märchenfassung zum Besten. Die Stimme, mit der sie die Hexe für die Gäste erlebbar werden ließ, war grandios. Wäre sie nicht eine derart fröhliche, sympathische Frau, man würde ihr die Hexe glatt abnehmen. Es war eine wunderbare Ergänzung zu der reifen Leistung des Orchesters, das nach der Pause, die auch zum Durchlüften nötig war, mit der Suite „Aus Holbergs Zeit“ für Streicher von Edward Grieg noch einmal in die Vollen ging. (klk)

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