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Zwei Drittel des Regie-Trios vom Jungen Theater der Volksspielgruppe Altenerding: Janine Bach und Benjamin Stang. Géraldine Chalaud ist derzeit im Ausland. 

Das junge Theater

Ein Psychomärchen als Debüt

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Erding – „Das Junge Theater“ will die Erdinger Szene aufmischen. Die Köpfe der neuen Jugendabteilung der Volksspielgruppe Altenerding sind keine Unbekannten. Jetzt hat der Vorverkauf fürs Debüt begonnen: Es wird gruselig-märchenhaft.

Sie haben in Titanic mitgespielt, im Jedermann und im Dschungelbuch. Jetzt machen die Nachwuchsschauspieler der Volksspielgruppe Altenerding ihr eigenes Ding: Sie inszenieren ein Stück mit jungen Rollen. Das hatte Sängerin Janine Bach (geborene Hecht) bereits Mitte Oktober im Interview mit der Heimatzeitung verraten.

Die Triebfedern der neuen Jugendabteilung „Das Junge Theater“ sind im Landkreis keine Unbekannten in Sachen Bühnenarbeit. Die Erdinger Janine Bach, Benjamin Stang und Géraldine Chalaud bilden das Regie-Trio. Mitwirkende für ihr Projekt hatten sie schnell zusammen: 15 Spielfreudige zwischen 15 und 30 Jahren – einige längst Mitglied bei der Volksspielgruppe, andere kommen gerade frisch dazu - sind schon dabei.

Entstanden ist die Idee einer Jugendgruppe durch das Dschungelbuch, das die Volksspielgruppe im Juni 2015 aufgeführt hat. Auf der Bühne standen damals Bach als Elefantenkind, Stang als Affe King Louie und Chalaud als Geier. „Nach der letzten Aufführung saßen wir drei zusammen und haben darüber gesprochen, dass wir junge Spieler gerne öfter was machen und uns am liebsten selbst verwirklichen würden“, erzählt der 29-jährige Stang.

Schnell sei das Konzept gestanden und nicht weniger flott habe es vom Vorstand der Volksspielgruppe Grünes Licht gegeben. Die 23-jährige Chalaud, die derzeit als Doktorandin in Paris weilt, hat inzwischen ihren Regieschein gemacht. Stang absolviert ihn im Januar und bei Bach wird es noch ein bisschen dauern: Die 26-Jährige erwartet Ende Januar ihr erstes Kind.

Bühnen-Erfahrung haben die drei jede Menge. Stang war an der Komödie „Ladies Night“ beteiligt und spielte die Titelfigur in „Urmel aus dem Eis“. Chalaud brillierte im „Jedermann“ als Buhlschaft und besetzte im „Untergang der Titanic“ eine Hauptrolle. Bach, die mehrere kleine Rollen hatte, ergänzt als Musikexpertin das Regie-Trio. Deswegen dürfen sich die Zuschauer auch auf Live-Gesangseinlagen freuen. Im Debütstück „Alice im Anderland“ jedenfalls wird gesungen, verraten die Regisseure, die darin auch selbst mitspielen. Zu viel wollen sie noch nicht ausplaudern, nur das: Ein Musical wird es nicht sein, vielleicht ein bisschen in Richtung Rocky Horror Picture Show gehen. „,Alice im Anderland’ ist ein gruseliges und düsteres Psychomärchen und definitiv keine Gute-Nacht-Geschichte“, sagt Stang. Darum ist es auch erst für Jugendliche ab der siebten Jahrgangsstufe geeignet. Wie dunkel das Stück letztendlich aber wird, muss sich erst noch herausstellen. In jedem Fall gibt es ein Wiedersehen mit den Charakteren nach Lewis Carroll.

Viele Jahre nach ihrem Aufenthalt im Wunderland kommen Alice’ Eltern bei einem Brand ums Leben. Als einzige Überlebende findet sie sich im Anderland wieder, einer Nervenheilanstalt, wo die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn verschwimmt, und wo Alice den anderen Patienten begegnet – vom Kaninchen bis zum verrückten Hutmacher. Es geht um Sucht, Traumata, Verfolgungswahn und den Umgang der Gesellschaft damit.

Demnächst werden die Rollen verteilt, die Proben starten im Mai. Bei den Arbeiten hinter den Kulissen bekommt die junge Truppe Hilfe von den Erfahrenen. „Aber wir wollen auch vieles selbst machen, zum Beispiel beim Bühnenbild. Daran möchten wir als Gruppe arbeiten“, sagt Bach und Stang ergänzt: „Wer bei uns mitmacht, der weiß, dass er nicht nur eine Rolle spielt, sondern auch mit anpackt. Wir wollen eigenständig sein, dann müssen wir uns auch selbst in die Verantwortung nehmen.“

Alice im Anderland

feiert am Dienstag, 26. September 2017, um 20 Uhr Premiere in der Stadthalle Erding. Eine weitere Aufführung ist am Freitag, 29. September, um 20 Uhr. Außerdem gibt es am 27. und 28. September, 10.30 Uhr, Aufführungen für Schulen. Abends kosten die Tickets 17,70 Euro. Karten gibt es bei der Stadthalle Erding unter Tel. (0 81 22) 99 07 12 und per E-Mail an ticket@stadthalle-erding.de. Alle Infos: www.das-junge-theater.de.

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