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Führen die Junge Union im Landkreis und in der Stadt: Alexander Attensberger und Steffi Hagl.

Junge Union in Stadt und Landkreis Erding

Politik – ein Ehrenamt mit Angriffsfläche

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Wer sich als junger Mensch politisch engagieren möchte, hat es nicht leicht. Das oftmals schlechte Ansehen der Parteien bekommt auch der Nachwuchs zu spüren. Das wurde gestern am CSU-Stammtisch deutlich, den die Junge Union bestritt.

Erding - An sich hätte die Junge Union keinen Grund zu klagen. Fünf Ortsverbände gibt es im Landkreis, die Erdinger JU zählt 56 Mitglieder, der Kreisverband dreimal so viel – Tendenz steigend. Und dennoch hat es der CSU-Nachwuchs nicht leicht. Denn den jungen Leuten bis 35 Jahren schlägt öffentliche Skepsis entgegen – wie der Politik allgemein. „Man wird erst mal schief angeschaut“, brachte es eine Realschülerin am Sonntag am CSU-Stammtisch im Wirtshaus Kreuzeder auf den Punkt. Ein gutes Dutzend JUler und eine Handvoll altgedienter CSU-Mitglieder waren der Einladung von Kreisvorsitzendem Alex Attensberger (28) und der Erdinger Ortschefin Steffi Hagl (30) gefolgt.

„Das Engagement in der Politik ist leider negativ behaftet, gerade bei jungen Leuten“, stellte Hagl fest, die mit 18 das erste Mal für den Stadtrat kandidiert hatte, dem sie seit 2014 angehört. Vor Wahlen sei das Interesse zwar größer, „danach ist es eher schwierig“. Immer wieder müsse man sich rechtfertigen, warum man sich politisch engagiere.

Attensberger wies auf einen Widerspruch hin: „Unsere Generation wird regelmäßig aufgefordert, sich einzubringen. Wenn wir es dann tun, schlägt uns Skepsis entgegen.“ Dumme Sprüche seien eher die Regel als die Ausnahme. Zum Teil erfahre man sogar verbale Aggressivität. Es sei schwierig, junge Leute für die Politik zu gewinnen, wenn man sich ständig dafür rechtfertigen müsse. Dabei sei Politik ein Ehrenamt wie jedes andere.

Negative Erfahrungen haben auch andere JUler gemacht. Ein Mitglied sagte: „Wir müssen uns erklären, ein Jungfeuerwehrler beispielsweise niemals.“

Stadt- und Kreisrat sowie CSU-Kreisgeschäftsführer Thomas Bauer erklärte: „Den Rechtfertigungsdruck gab es immer schon. Es kommt oft der Vorwurf, man engagiere sich nur, um Karriere zu machen.“ Der sei haltlos: „Wer etwas werden will, der muss gut sein. Zeit und Aufwand, die jemand in die politische Arbeit einbringt, sollte ein Karrierist lieber gleich auf seinen Beruf verwenden.“

Mehrere langjährige CSU-Mitglieder stärkten der JU den Rücken: „Wir sind froh über Eure Meinung“, meinte Stadtrat Günther Adelsberger. Von einer „brutalen Bereicherung“ und „extrem wichtigen neuen Impulsen“ sprach Landtags-Zweitstimmenkandidat Thomas Schreder. Arnold Kronseder schlug vor, „Junge Union und Senioren Union sollten mal etwas Gemeinsames machen“. Diese Vernetzung sei sicher gewinnbringend.

Immerhin gelangte Attensberger zu dem Schluss, „dass das öffentliche Ansehen der JU in den vergangenen Jahren zugenommen hat“.

Er und Hagl berichteten von den zahlreichen Aktivitäten des Parteinachwuchses, darunter Firmenbesichtigungen, Besuche im Land- und Bundestag, aber auch gesellschaftliche Termine wie die sehr beliebte Maibaumstüberl-Rundfahrt. Attensberger erklärte: „Wir müssen auf die Leute aktiv zugehen. Veranstaltungen organisieren und drauf hoffen, dass die Bürger kommen, diese Zeiten sind vorbei.“ Stolz sind beide, „dass die JU in den kommunalpolitischen Gremien gut vertreten ist, und unsere Meinung da auch gefragt ist“, so der Kreisvorsitzende. Als Beispiele nannte Hagl Ideen zu bezahlbaren Wohnraum.

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