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Unschlagbar: Wolfgang Krebs als Edmund Stoiber in der Stadthalle. 

Kabarett in der Stadthalle

Gala mit Stoiber, äh, Dings – Krebs

Erding – Das Publikum in der Stadthalle wählte am Mittwochabend den Träger des Watschenbaums. Zur Gala mit Preisverleihung hatte Edmund Stoiber alias Wolfgang Krebs geladen.

Er begrüßte sie alle zur Preisverleihung der Watschenbaumgala im ausverkauften „Stadthaus, äh, Stadttheater, äh Sie wissen doch, wo Sie sind“: „Sehr vergärte Ehrensäfte, Damen und Freunde, Intendaten und Verwandten, Herr und Frau Pfarrer und auch die, die nicht da sein können“ – Edmund Stoiber, so trefflich von Wolfgang Krebs parodiert, dass man zeitweise meinen könnte, der bayerische Ministerpräsident a. D. stehe höchstpersönlich auf der Bühne. In Krebs’ neuem Programm ging es um den Preis, den keiner haben will, den Goldenen Watschenbaum. Wer schoss den größten Bock oder verzapfte den aberwitzigsten Unsinn?

An diesem Abend wurden Kandidaten gesammelt und von Wolfgang Krebs präsentiert. Ein paar Minuten hinter einer Leinwand genügten, um sich optisch von einer Figur in die andere zu verwandeln. Am Ende stimmte das Publikum ab. Zur Wahl standen unter anderem Ilse Aigner, sieben Mal von Söder nominiert, Daniel Föst, FDP-Generalsekretär, und dessen CSU-Kollege Andreas Scheuer sowie Dieter Bohlen aus dem Showbusiness und Sigmund Gottlieb vom BR. Doch die Erdinger wählten eindeutig Donald Trump.

Von dem wolle sich Horst Seehofer einiges für den Wahlkampf abschauen, drohte er mit debilem Grinsen. Vor allem was die Auswahl von Standpunkten anbelangt. Da sei er sowieso flexibel: „Zuerst war ich für die Dritte Startbahn, dann dagegen, jetzt bin ich wieder dafür. Oder bin ich sogar schon wieder dagegen?“, fragte sich der Ministerpräsident irritiert. „Ich muss nachschauen.“

Markus Söder geht es da ähnlich, denn „wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich sage?“ Als Minister für Verkehr verlas er eine Sexualverordnung, die ab sofort für alle gelte, um geregelten Verkehr zu gewährleisten. Zudem beklagte er das Rentensystem, denn keiner der Alten wolle mehr sterben, was für das Funktionieren des Generationenvertrags aber unerlässlich sei. Das Problem verstärkten zudem die ganzen Uschi Obermeiers, die in den 68ern aufgrund der Anti-Baby-Pillen „empfängnisneutrale Orgien“ gefeiert hätten und nun als pensionierte Oberstudienräte die fetten Beamtenpensionen kassierten.

Neben der bayerischen Dreifaltigkeit Seehofer, Söder und Stoiber meisterte der Kabarettist Joachim Herrmann, der 100 Mandys und 10 Ronnys als Obergrenze forderte, und die „untere sprechende Zahnreihe“, Bundespräsident Joachim Gauck, hervorragend. Selbst Hubert Aiwanger, „der immer A und O vertauscht“, hat er im Repertoire, allerdings ohne Perücke, denn er wisse noch nicht, ob sich diese rentiere. Selbst als Bundeskanzlerin machte er sich nicht schlecht.

Seine Paraderolle bleibt jedoch Stoiber, der bei der Preisverleihung am Ende die „Rehabilitätstheorie des Oscar-Preisträgers Alfred Einstein“ erklärte. „Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit vierfacher Lichtgeschwindigkeit in den Hauptbahnhof, schauen auf die Bahnhofsuhr, dann nach vier Minuten Aufenthalt schauen sie nochmal drauf. Sie werden merken, es ist die selbe Zeit.“ Der Grund: „Alle Bahnhofsuhren in Bayern funktionieren nicht.“

Ohne „Eier durch den heißen Brei zu rühren“ verabschiedete sich Stoiber, und Krebs wurde mit donnerndem Applaus für sein Können belohnt.

Alexandra Anderka

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