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Beliebt beim Erdinger Publikum: das Kammerorchester. Seit einem Jahr ist Alexander Scholz (M.) der neue Dirigent. Er beerbte Helmut Veihelmann (sitzend, r.), der dem Orchester aber als Musiker treu bleibt.

Interview mit dem Leiter des Kammerorchesters

„Ich möchte ein junges Publikum erreichen“

Seit einem Jahr ist Alexander Scholz nun Leiter des Kammerochesters Erding. Er schaut auf eine fordernde, aber vor allem bereichernde Zeit zurück.

ErdingGroßen Anklang fand das Sommerkonzert des Erdinger Kammerorchesters in St. Vinzenz. Dirigent Alexander Scholz hatte ein etwas anderes Programm zusammengestellt. Neben Highlights aus Hollywood von Aladdin, E.T. und Harry Potter bis Robin Hood wurden zwei Werke dargeboten, die nicht zwingend für die Leinwand komponiert wurden, aber eine bestechende und assoziative Tonsprache besitzen: Samuel Barbers „Adagio for Strings“ und die „Overture to the Wind“ des zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Kirt Mosier.

Mehr als 250 Gäste wollten das Sommerkonzert, erstmals unter Scholz’ Leitung, erleben. Selbst Stehplätze wurden in Kauf genommen. Vor genau einem Jahr beerbte der 37-Jährige seinen Vorgänger Helmut Veihelmann. Wir sprachen mit dem Geiger, Pianisten und Musiklehrer am Korbinian-Aigner-Gymnasium über sein erstes Jahr im Amt.

-Herr Scholz, wie ist Ihr erstes Jahr als neuer Dirigent des Erdinger Kammerorchesters verlaufen?

Alexander Scholz: Insgesamt sehr gut. Das Jahr ist für mich unglaublich schnell vergangen. Die neue Aufgabe war sehr bereichernd.

-Nimmt Sie die Aufgabe sehr in Anspruch?

Scholz: Ja, das Dirigat fordert mich ganz schön. Es fällt hinter den Kulissen viel Bürokratie an, auch die Programmplanung beansprucht viel Energie. Ich muss da einfach noch mehr Routine bekommen. Aber für all die Mühe wird man ja schließlich auch belohnt.

-Welche Neuerungen haben Sie eingeführt?

Scholz: Ganz neu war das Filmmusik-Programm, wie eben beim jüngsten Konzert. Außerdem hat uns eine Bläsergruppe, die sich aus Schülern der drei Landkreis-Gymnasien und Profis zusammensetzt, unterstützt. Die bringen ein jüngeres Publikum mit. Ich möchte jüngere Leute mit unserer Musik erreichen.

-Wie reagieren Ihre Musiker darauf?

Scholz: Es hat ihnen, denke ich, sehr gut gefallen. Filmmusik ist sehr vital und kurzweilig, trotzdem fordert sie die Musiker ganz schön. Die Verfechter der Klassik waren anfangs etwas skeptisch, doch auch sie haben sich überzeugen lassen. Aufgrund des abwechslungsreichen Programms ist wohl jeder auf seine Kosten gekommen. Prinzipiell muss man ja sagen, dass das Kammerorchester ein ganz fabelhaftes Ensemble ist, mit einer optimalen Mischung aus studierten Profis und ambitionierten Hobbymusikern.

-Haben Sie schon Pläne für die Zukunft?

Scholz: Ja, die Konzerte für das kommende Jahr stehen. Am 11. November geben wir ein Konzert mit dem Titel „Tour de France“. Es wird ein Harfen- und Flötensolo geben. Debussy steht im Mittelpunkt, aber französische Komponisten bunt gemischt durch alle Epochen kommen zur Aufführung. Neu für das Kammerorchester ist ein Neujahrskonzert am 13. Januar in der Pfarrkirche St. Johannes. Hierzu habe ich einen Blockföten-Solisten eingeladen. Es ist schon mein Anspruch, immer wieder neue Leute zu rekrutieren. Auch das 60-jährige Jubiläum des Kammerorchesters nächstes Jahr soll etwas Besonderes werden. Ich habe schon Ideen.

-Sie bleiben also am Ball?

Scholz: Ja, die Planungen für nächstes Jahr laufen auf Hochtouren.

Das Gespräch führte A. Anderka.

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