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Nachfolger? Siegi Ippisch will Max Gotz als BRK-Chef beerben.

Kampf um Kreisvorsitz

BRK: Ippisch tritt gegen Hofstetter an

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Beim BRK-Kreisverband Erding zeichnet sich ein Machtkampf um den Vorsitz an. Siegfried Ippisch, früherer Chef der Wasserwacht, tritt gegen den Taufkirchener Bürgermeister Franz Hofstetter an. Dahinter steht ein Richtungsstreit.

Turbulente Vorstandswahlen ist man beim BRK-Kreisverband Erding gewohnt. Der mit rund 12 000 Mitgliedern größte Verband im Landkreis deckt nicht nur etliche karitative, soziale und sanitätsdienstliche Bereiche ab, unter seinem Dach agieren Ehren- und Hauptamtliche nebeneinander – das birgt Konfliktpotenzial.

Die Hauptversammlung findet am Samstag, 7. April, um 19 Uhr im Gasthof Menzinger in Lengdorf statt. Sie verspricht, spannend zu werden. Denn der bisherige Amtsinhaber und Erdinger Oberbürgermeister Max Gotz hatte vor einer Woche verkündet, nicht wieder zu kandidieren (wir berichteten).

Ein Jahr zuvor hatte Siegi Ippisch als Chef der Wasserwacht angedeutet, Gotz beerben zu wollen, sollte dieser eines Tages nicht mehr antreten. Gotz’ Rücktrittsankündigung hat Ippisch nun unter Zugzwang gesetzt. Am Freitag um 14.55 Uhr teilte der Erdinger per E-Mail mit: „Ja, ich trete an.“ Und er bringt gleich ein ganzes Team ins Spiel. Ihm schweben als Stellvertreter Heinz Schauer und Andreas Lindner vor. Die übrigen Ämter könnten wie bisher besetzt bleiben – Schatzmeister Manfred Herzog, Stellvertreter Christian Berther, Justiziar Bernd Grimm sowie als Chefärzte PD Dr. Lorenz Bott-Flügel und Dr. Ulrich Exner. Laut Ippisch liegen ihm mit Ausnahme der Mediziner Zusagen vor.

Damit dürfte es in der Versammlung zu einem Machtkampf kommen. Bislang hat Gotz als Wunschnachfolger bekanntlich den Taufkirchener Bürgermeister, Bezirksrat und CSU-Parteifreund Franz Hofstetter vorgeschlagen. Nach Informationen unserer Zeitung sollen Gertrud Friess-Ott, Pflegedirektorin am Klinikum Erding, sowie der Unternehmer Jürgen Loher vom Lipp-Markenvertrieb Erding, als Stellvertreter aufgestellt werden.

Dazu wollte sich Ippisch auch Nachfrage nicht äußern. Ihm ist vor allem eines wichtig: „Wir brauchen das Ehrenamt im Vorstand.“ Dafür stünden er und seine beiden geplanten Stellvertreter. „Es gibt etwa 1000 aktive Ehrenamtliche und knapp über 100 Hauptberufliche. Die Freiwilligen müssen in der Spitze repräsentiert seien.“ Gotz’ Vorschlag sieht das nicht vor.

Weiter erklärt der Bewerber: „Die Ehrenamtlichen bringen nicht nur idealistische Ziele ein, sondern auch eine Vielzahl beruflicher Qualifikationen.“ Dieser Schatz müsse „endlich gehoben werden“. Es könne nicht länger sein, dass engagierte Leute ausgebremst würden.

Der BRK-Vorstand ist ein wichtiges Gremium, unter anderem setzt er den hauptamtlichen Kreisgeschäftsführer ein und kontrolliert ihn.“ Das ist derzeit Gisela van der Heijden. Sie gilt als äußerst aktiv und hat aus dem BRK Erding einen breit aufgestellten Sozialverband gemacht. Im persönlichen Umgang wird sie aber teils als sehr schwierig beschrieben. Das Verhältnis zwischen Gotz und van der Heijden gilt als vertrauensvoll.

Ippisch ist 44 Jahre alt und Vater zweier Kinder. Beruflich ist er organisatorischer Leiter der Task Force Infektionsschutz am Flughafen München und darüber hinaus in ganz Bayern tätig. Seit 30 Jahren ist er beim BRK, lange leitete er die Wasserwacht. Für die CSU sitzt er seit 2014 im Stadtrat von Erding.

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