Umstrittener Auftritt: Rainer Forster (stehend) bei der Vorführung des Films „Zensur“ in Freising. 
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Umstrittener Auftritt: Rainer Forster (stehend) bei der Vorführung des Films „Zensur“ in Freising. 

Katholische Arbeitnehmerbewegung

KAB feuert Diözesansekretär Forster

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Das Maß war offenbar voll. Jetzt hat die KAB Konsequenzen aus dem Verhalten von Diözesansekretär Rainer Forster gezogen – und ihm den Stuhl vor die Tür gestellt.

Erding – „Wir haben uns dazu entschieden, ab sofort getrennte Wege zu gehen“, teilte Susanne Schönwälder, Geschäftsführerin des KAB-Diözesanverbandes, gestern mit. Zu den genauen Umständen wollte sich Schönwälder allerdings nicht äußern. Ohne Zweifel waren die Aktivitäten Rainer Forsters, wegen derer er schon im vergangenen Jahr ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war, der Grund dafür, dass sich die Katholische Arbeitnehmerbewegung nun von dem Kirchberger trennt.

2016 hatte sich Forster bei der KAB-Spitze für manch eine Veranstaltung – beispielsweise mit Bayerns AfD-Vorsitzendem Petr Bystron, mit Daniele Ganser oder auch Ken Jebsen – rechtfertigen müssen. Die Folge damals: Forster musste sich alle Veranstaltungen vorab genehmigen lassen. Dass er nun vor einigen Wochen den Film „Zensur“ im Löwenwirt in Freising aufgeführt und sich dabei teilweise auch als KAB-Diözesansekretär geäußert hat, brachte nun offenbar das Fass zum Überlaufen.

„Wir sind uns in der Auffassung unserer Arbeit nicht näher gekommen“, sagt nun Diözesanverbandvorsitzender Dieter Thalhammer über die Entscheidung, die am vergangenen Freitag im erweiterten KAB-Vorstand einhellig gefallen sei. Anders ausgedrückt: Man habe festgestellt, dass es zwischen dem Profil der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, wie es in der Satzung festgelegt sei, und der Arbeit Forsters „keine Übereinstimmungen“ mehr gebe. Folglich „lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, so Thalhammer.

Er hoffe, dass nun Ruhe einkehrt – auch wenn er vermutet, „dass sich jetzt „die Freunde Forsters melden werden“.

Dass er viele Freunde in der KAB hat, davon geht auch Forster selbst aus. Denn nach dieser Entscheidung der KAB-Spitze, die ihm per Brief „ohne Begründung“ mitgeteilt worden sei, hoffe er jetzt nur, „dass die KAB-Mitglieder auch bei der KAB bleiben“. Das Arbeitsverhältnis sei laut Forster „einseitig beendet“ worden. Die Frage, ob er juristisch dagegen vorgehen werde, wollte Forster nicht beantworten: „Wir werden sehen.“ Ansonsten sei alles gesagt, blockte Forster weitere Fragen ab.

Der KAB-Diözesansekretär hatte beim Vorstand zum Rapport antreten müssen, nachdem er im Löwenwirt in Freising den Film „Zensur – die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien“ gezeigt hatte. In dem Film wird behauptet, dass Wikipedia und andere Online-Lexika gesteuert und tendenziell gefärbt seien. Darüber hinaus widmet sich eine rund 20 Minuten lange Passage einem Artikel im Freisinger Tagblatt über Forster und dessen Aktivitäten. Der Artikel wird mit dem Prädikat „Armutszeugnis“ und mit anderen despektierlichen Ausdrücken belegt.

Die Vorführung hatte Forster als Privatveranstaltung angekündigt. Allerdings bestritt er die erste halbe Stunde des Abends eindeutig in seiner Eigenschaft als KAB-Diözesansekretär. Ausführlich rechtfertigte er sich für seine Aktivitäten und seine Veranstaltungen im vergangenen Jahr, für die er ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war. Außerdem hatte Forster Handzettel ausgelegt, auf denen er für die nächste KAB-Veranstaltung warb – zwei Filmvorführungen im Cineplex Neufahrn, wo „Europa – ein Kontinent als Beute“ gezeigt worden wäre. In einem ersten Schritt hatte der KAB-Vorstand diese Filmvorführungen untersagt. Dann folgte der Rauswurf.

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