Katholisches Bildungswerk

„Beunruhigende Zahlen“ in der Familienarbeit

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Klettham – Weniger Veranstaltungen, weniger Teilnehmer, weniger Zuschüsse: Um das Zentrum der Familie stand es schon mal besser. Trotzdem zeigen sich die Vorsitzenden des Katholischen Bildungswerks zuversichtlich, was die Zukunft angeht.

„Ich beneide den Andreas Biller ein wenig“, sagte Hermann Bendl in der Mitgliederversammlung des Katholischen Bildungswerks (KBW) Erding. Der scheidende Vorsitzende hatte gerade seinen fast durchweg positiven Jahresbericht über das KBW abgeschlossen. Nun war es an seinem ebenso abtretenden Stellvertreter (wir berichteten), über das Zentrum der Familie (ZdF) zu referieren. „Da sieht die Geschichte nicht ganz so schön aus“, so Bendl. Er berichtete von zurückgehenden Zahlen, „die uns beunruhigen“.

In Sachen Veranstaltungs- und Teilnehmerzahlen habe es „einen großen Einbruch“ gegeben. Hatte das KBW 2014 noch 209 Veranstaltungen und 2828 Teilnehmer, waren es im zu Ende gehenden Jahr bislang nur 97 mit 1243 Teilnehmern. Als Gründe nannte Bendl personelle Umstellungen und „Querelen im Familienbereich“. So habe man das Prager Eltern-Kind-Programm PEKiP zwischendurch nicht mehr anbieten können. Das Babyschwimmen könne aufgrund des Hotelumbaus in Schwaig nicht stattfinden. „Es wird aber besser“, beteuerte Bendl. Man gehe mit einem positiven Impuls ins neue Jahr. „Die Stimmung ist wieder gut. Die Zahlen stabilisieren sich. Ob wir aber jemals wieder knapp 3000 Teilnehmer erreichen, wird sich zeigen.“

Das ZdF sei zu Beginn eine Erfolgsgeschichte gewesen. „Das haben wir nie aufrecht erhalten können“, sagte Bendl. „Aber wir sind drauf und dran, verlorenes Terrain aufzuholen. Wir haben viele neue Kräfte gefunden.“ Gerade die jüngeren Menschen müsse das KBW besser erreichen. „Die jungen Familien sind die Teilnehmer, die später auch unsere anderen Veranstaltungen besuchen.“

In die gleiche Kerbe schlug auch Biller. Neben der Findung von Pfarrgemeinderatsmitgliedern stellte er vor allem eine Frage in den Mittelpunkt: „Wie können wir heute die kirchenferneren Menschen erreichen? Wir haben noch viel Arbeit vor uns, eine spannende Arbeit.“

Ein Hauptaugenmerk liegt auf dem Eltern-Kind-Programm (EKP), das seit 40 Jahren eine Institution ist. Eine unschöne Sache, dass das KBW dafür im vergangenen Jahr an Zuschüssen 20 000 Euro weniger erhalten hatte, fand Geschäftsführer Hans Otto Seitschek.

Weniger Geld für das EKP

„Das ist schade, aber das hat wirtschaftliche Gründe.“ Dann müsse man eben weitere Zuschüsse beantragen. „Am EKP wollen wir das nämlich nicht auslassen.“

Insgesamt legte Seitschek eine ausgeglichene Bilanz vor. Das Katholische Bildungswerk hat im vergangenen Jahr gut 410 000 Euro eingenommen, die Ausgabenseite betrug gut 500 Euro mehr, was Seitschek zufolge aus den Rücklagen gedeckt werde. Ein Ausgabenschwerpunkt war der Lehrbetrieb mit knapp 150 000 Euro. „Gute Referenten kosten eben was“, sagte er. Das dem KBW angegliederte ZdF hatte gut 2000 Euro Miese gemacht, was ebenso aus den Rücklagen gedeckt werde. Die Einnahmen 2015 beliefen sich auf gut 250 000 Euro.

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