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Die Heilige Barbara war Thema bei Sandra Angermaier. Im Mayr-Wirt sprach sie über die Märtyrin des 3. Jahrhunderts und Martin Luther. Die Heilige wurde der Überlieferung zufolge von ihrem Vater enthauptet, weil sie sich geweigert hatte, ihren christlichen Glauben und ihre jungfräuliche Hingabe an Gott aufzugeben. 

KBW-Veranstaltungsreihe „Auf Weihnachtn zua“ 

Martin Luther und die Erfindung des Christkindes

Was hat Martin Luther, der die Heiligenverehrung ablehnte, mit der Heiligen Barbara und dem Heiligen Nikolaus zu tun? Diese Frage beantwortete Sandra Angermaier am Montag, dem Barbaratag, beim Mayr-Wirt im Rahmen der KBW-Veranstaltungsreihe „Auf Weihnachtn zua“.

ErdingWas hat Martin Luther, der die Heiligenverehrung ablehnte, mit der Heiligen Barbara und dem Heiligen Nikolaus zu tun? Diese Frage beantwortete Sandra Angermaier am Montag, dem Barbaratag, beim Mayr-Wirt im Rahmen der KBW-Veranstaltungsreihe „Auf Weihnachtn zua“.

Die ersten Berührungspunkte hatte bereits Martin Luthers Vater. Er war Bergmann, und die Heilige Barbara ist Schutzpatronin der Bergleute. Martin Luther sei also mit all den Bräuchen rund um die Heilige Barbara aufgewachsen, erzählte Angermaier. Einer davon ist der Barbarazweig. Der wurde früher nicht mit der Schere geschnitten, sondern vom Ast abgebrochen. Die Legende erzählt, dass die Bäuerin nachts an den Kirschbaum ging, sich mit dem Rücken zu ihm drehte und mit der linken Hand, die über die rechte Schulter fasste, einen Ast abbrach. Erblühte dieser zu Weihnachten, war es ein gutes Omen.

Angermaier erinnerte auch an den Barbara-Weizen, Barbara-Umzüge der Bergleute und den Barbara-Stollen, der am 4. Dezember gebacken wurde. Das Bärbel-Treiben war den Besuchern nicht bekannt. Dabei machten sich Frauen als „alte Weiberl“ zurecht und zogen mit Wünschelruten durch die Stadt. Das „Fitzeln und Fetzeln“ bei den Frauen am Bein sollte Glück bringen. Bei jungen Frauen sollte es auch eine fruchtbringende Wirkung haben. Kinder bekamen Äpfel und Nüsse geschenkt.

Angermaier ging auch auf Luthers Leben ein. Sie sprach die 95 Thesen und die daraus resultierende Reformation an. Auch erwähnte sie, dass im Jahr 2006 eine handschriftliche Notiz von Luthers Sekretär Georg Rörer gefunden wurde, aus der hervorging, dass der Reformator bereits am 4. September 1517 seinen Mitdozenten Thesen zur Diskussion vorgelegt hatte. Luther hatte bis zu seinem Tod den Lehrstuhl für Bibelauslegung inne – und er übersetzte die Bibel ins Deutsche. „Ihm haben wir die Einheitsübersetzung zu verdanken, aber auch die einheitliche Sprache im deutschsprachigen Raum“, sagte Angermaier. Damals habe es viele Dialekte gegeben, so dass sich die Menschen nur schwer verständigen konnten.

Der Heilige Nikolaus beschenkte damals schon die Kinder. Luther lehnte die Heiligenverehrung ab. Er wollte, dass die Menschen den Heiligen durch gute Taten nachfolgen, sie aber nicht anbeten. Gegen das Schenken hatte er aber nichts, war es doch der einzige Tag, an dem die Kinder Süßigkeiten erhielten. Auch wollte Luther die Menschen mit der „Erfindung des Christkindes“ daran erinnern, dass Gott als schönstes Geschenk seinen Sohn auf die Welt gebracht hat. So habe er seine blonde, weiß gekleidete Tochter und seine anderen fünf Kinder von Haus zu Haus geschickt, um die frohe Botschaft zu verkünden und Lieder zu singen. Seitdem stelle man sich das Christkind in dieser Form vor. elvi reichert

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