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Die neuen Spielfelder in Schollbach: Geplant sind drei Fußballfelder-, ein Football- und ein Spielplatz. Hinzu kommen Parkplätze und Umkleiden. Im Norden verläuft die B 388. 2018 soll hier das erste Spiel angepfiffen werden.

Schollbach 

Kehrtwende: Fußballplätze werden gebaut

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Erding - Die Bombe ließ Erdings Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) ohne jede Vorwarnung platzen. Dafür fehlte ihm schlicht die Zeit. Erst Stunden vor der Sitzung stand fest: Die vier Fußball- und Footballplätze in Schollbach werden nun doch gebaut – und zwar zügig.

Erste Überlegungen, in Schollbach unterhalb der Taufkirchener Straße/B388 neue städtische Sportmöglichkeiten zu schaffen, gelangten Ende 2012 an die Öffentlichkeit. Der Bedarf war und ist unzweifelhaft vorhanden. Seit Jahren beklagen die Erdinger Fußballvereine, zu wenig Plätze zur Verfügung zu haben. Die Erdings Bulls, eine American-Football-Mannschaft, trainiert in Ermangelung eigener Möglichkeiten im städtischen Stadion am Volksfestplatz.

Im September 2013 brachte der Stadtrat eine der größten Freisportanlagen im Landkreis auf den Weg – mit einem eigenen Bebauungsplan. Das Areal unweit des Pfadfinderheims und des Sportparks Schollbachs sicherte sich die Stadt im Erbbaurecht. Geplant sind drei Fußballplätze, ein Football- und ein Kinderspielplatz. Hinzu kommen ein Gebäude mit Umkleide, eine Zufahrt, Parkplätze und Erschließungswege.

Gut zwei Jahre später dann die Kehrtwende: Es sickerte durch, dass die Stadt keinen Cent für das Vorhaben in den Haushalt für 2016 einstellen wird. Der Frust in der Sportwelt war groß. OB Max Gotz musste viel Kritik einstecken, warum er plötzlich einen Rückzieher gemacht habe. Über die Gründe wurde nur Vages bekannt. Von Problemen mit den Grundstücken war die Rede. Gotz betonte seither immer wieder, dass die Pläne nur aufgeschoben, keinesfalls aufgehoben seien. Seit einigen Wochen lässt der Stadtchef in Versammlungen und etwa bei der Sportlerehrung der Stadt wieder durchblicken, dass es bald weitergehen könne.

In der Tat: Im Planungs- und Bauausschuss am Dienstagabend wurde dem Vorhaben neues Leben eingehaucht. Einstimmig beschloss das Gremium, nun doch bereits in den laufenden Etat erste Mittel einzustellen. Dafür wird im Laufe des Jahres eine Nachtragshaushalt verabschiedet. Die Rede ist von vorläufig 170 000 Euro zur Fertigstellung der Planungen für den Landschafts-, Hoch- und Tiefbau.

Gotz teilte mit, dass bis zuletzt verhandelt worden sei. Deswegen habe man den Stadträten die Pläne erst zur Sitzung aushändigen können. „Nun ist alles in trockenen Tüchern, wir können die Planung wieder aufnehmen“, erklärte Gotz sichtlich erleichtert. Er und Stadtbaumeister Sebastian Henrich berichteten: „Wir konnten alle noch offenen Fragen einvernehmlich klären.“ Am Ende sei es um Details wie die Verlegung eines Weges an der Ostseite sowie um einen günstigeren Zuschnitt einer Grundstücksgrenze gegangen. Die Stadt, so Henrich weiter, habe der Eigentümerin zugesichert, dass keine Lautsprecheranlage installiert und die Bandenwerbung unauffällig gestaltet werde. Über eine Flutlichtanlage habe man hingegen Einigung erzielen können. „Sonst hätten wir unzulässig viele Belegungszeiten verloren“, so der OB. Er legte Wert auf die Feststellung, dass die Stadt Herrin der Sportanlage bleibe und Nutzungsrechte vergebe. „Es ist sichergestellt, dass hier alles in Ordnung gehalten wird.“

Zudem, so Henrich weiter, sei gewährleistet, dass in einem Anbau am Pfadfinderheim etwa am Wochenende keine Schmiedearbeiten erfolgten. Ein Schuppen trägt nämlich den Namen Schmiede. Lediglich Zeltlager seien im Umgriff des Hauses des Stamms Staufen gestattet. Nicht zuletzt wird eine Fichtenhecke, die eingegangen war, neu aufgeforstet.

Baubeginn noch in diesem Jahr

Gotz und Henrich machten deutlich, „dass wir auf der Stelle einen Beschluss brauchen, um sofort weitermachen zu können“. Nur dann könne 2018 der Spielbetrieb aufgenommen werden. Noch heuer sollen nach einer Zeitleiste des Stadtbauamts Bodenaustausch und -verbesserung vorgenommen werden. Das Gelände gilt wegen Hanglage und Untergrund als problematisch. 2017 erfolgt der Landschaftsbau, sprich es werden die Sportflächen und der Spielfplatz sowie die Wege angelegt. 2018 beginnt mit Aufnahme des Spielbetriebs der Bau des Umkleidegebäudes. Im selben Jahr werden Zufahrt und Stellplätze realisiert. 2019 soll das Sportgelände Schollbach dann endgültig fertig sein.

Hans Moritz

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