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Das soll ein Fluss ein? Der Pegel der Sempt in Erding stieg nur langsam wieder an. Die Behörden räumen Fehler ein.

Nach dem Fischsterben in der Sempt

„Kiesbank übersehen“

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Erding – Das Wasserwirtschaftsamt München hat eingeräumt, für den plötzlichen rapiden Pegelabfall der Sempt und damit für das Fischsterben zwischen Erding und der Mündung in die Isar bei Moosburg verantwortlich zu sein.

Behördenleiterin Sylva Orlamünde reagierte am Donnerstag auf einen Bericht unserer Zeitung mit den Hinweis: „Es wurde eine Kiesbank 150 Meter unterhalb des Wehrs übersehen. Deswegen konnte das Wasser nicht wie geplant abfließen.“ Für die Bauarbeiten sei ein Absenken des Pegels erforderlich, allerdings nicht in dem erlebten Maße.

„Wir haben umgehend veranlasst, dass der Sempt wieder mehr Wasser zugeführt wird. Darauf werde auch künftig verstärkt geachtet. Die Schuldfrage sei noch zu klären, so Orlamünde.

Abteilungsleiter Josef Höschl, der für den Landkreis Erding zuständig ist, erklärte den Zwischenfall gleich zu Beginn des mehrmonatigen Vorhabens. Der erste Schritt sei die Verlegung einer Restwasserleitung mit 50 Zentimetern Rohrdurchmesser von der Sempt zum Fehlbach. „Über diese Leitung erfolgt die Wasserzuleitung zum Fehlbach. Ein Überlauf über die Wehrklappen des Stadtwehrs soll nur bei Hochwasser erfolgen.“

Am Donnerstag wurde am Beginn der Rohrleitung ein Betonfertigteil als Einlaufbauwerk am Ufer gesetzt. „Für diese Arbeiten war vorgesehen, den Sempt-Pegel zwischen Stadtwehr und Obermühle um etwa 85 Zentimeter abzusenken.“ Höschl gibt zu, dass man davon ausgegangen sei, „dass auch danach immer noch ausreichend Wasser in der Sempt verlieben wäre. Der Fischbestand wäre dann auch nicht gefährdet gewesen“. Auch Höschl verweist auf die Kiesbank unter einem Gebäude nördlich der Haager Straße. „Da ist viel zu wenig Wasser weiter geflossen.“ Die Flussmeisterstelle habe das Hindernis mittlerweile beseitigt. „Gleichzeitig haben wir den Stau am Stadtwehr wieder etwas angehoben.“ Seit Mittwochabend fließe wieder ausreichend Wasser ab.

Höschl entschuldigt sich für den Vorfall: „Alle Verantwortlichen im Wasserwirtschaftsamt bedauern diesen schwerwiegenden Zwischenfall gleich zu Beginn der Bauarbeiten am Stadtwehr außerordentlich.“

Hans Moritz

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