Rückblick auf 50 Jahre Kindergarten St. Vinzenz

150 Kinder und ein besorgter Pfarrkurat

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Klettham - Der Kindergarten ist für viele Mädchen und Buben der erste Ort, an dem sie Gesellschaft mit Gleichaltrigen und Kontaktpersonen erleben, die nicht ihre Eltern sind. Den Kindergarten St. Vinzenz Klettham gibt es seit einem halben Jahrhundert. Ein Blick zurück.

Die Geschichte des Kindergartens ist mit der des Pfarrzentrums St. Vinzenz mit Kirche und Gemeindezentrum eng verwoben. Der Komplex in der stark wachsenden Wohnsiedlung entstand 1966. Die Eröffnung fand am 1. Februar 1966 statt. Erste Leiterin war Rita Albert. Pfarrkurat Franz Mooslechner bezifferte die Kosten für die Kirche mit 583 842 Mark und merkte laut Erdinger Anzeiger sorgenvoll an, dass die Kirche die Belastung 20 Jahre lang werde tragen müssen. Die damals zuständige Gemeinde Altenerding steuerte lediglich 50 000 Mark bei.

Noch im Eröffnungsjahr ging auch die erste Hort-Gruppe in Betrieb. Sie befand sich erst im heutigen Turnraum und danach in der Schule. Heute befindet sich der Hort in einem Nebengebäude und wird von der Caritas betrieben. Mindestens eine Verbindung gibt es bis heute: Vom Hort kommt das Mittagessen für die Kinder in der Ganztagsgruppe.

Heute nicht mehr vorstellbar: Maximale Gruppengrößen kannte das Gesetz nicht. Auch in Klettham waren bis zu 45 Mädchen und Buben, im Hort wurden bis zu 30 Schüler gezählt. Erst 1975 wurde die maximale Gruppengröße auf 25 begrenzt. Mit 150 kleinen Erdingern platzte der Kindergarten bald aus allen Nähten. Deswegen wurde 1990 von der Stadt besagter Neubau errichtet, der den Hort aufnahm.

Der Wunsch der Familien nach Betreuung ließ nicht nach. Um der Nachfrage gerecht zu werden, entstanden Wechselgruppen. Das heißt, es gab in zwei Gruppenräumen je eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe, darüber hinaus eine Ganztagsgruppe. Wartelisten waren Alltag.

Ende der 90er-Jahre wurden die Wechselgruppen nach und nach zugunsten einer fünf- und einer sechsstündigen sowie einer Ganztagsgruppe aufgelöst. Dennoch sorgte erst neu gebaute weiterere Einrichtungen in der Stadt – heute sind es 20 – für eine dauerhafte Entspannung. Bis heute gibt es in St. Vinzenz drei Gruppen – und damit Betreuungsplätze für 75 Mädchen und Buben.

2004/2005 wurde die Einrichtung von Grund auf renoviert. Auch alle Gartenspielgeräte wurden erneuert. Die Betreuung konnte freilich nicht pausieren, sie fand in dieser Zeit im benachbarten Pfarrsaal statt.

Bereits seit 33 Jahren leitet Therese Meyer den katholischen Kindergarten, der längst auch einige Flüchtlingskinder bei sich aufgenommen hat. Zum Team gehören drei Kinderpflegerinnen und sechs Erzieherinnen.

Heute wird gefeiert

Die Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen für geladene Gäste am heutigen Samstag um 13.15 Uhr mit einem Stehempfang im Pfarrsaal St. Vinzenz. Der Gottesdienst mit Festreden schließt sich um 14 Uhr an. Von 15 bis 18 Uhr ist die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür in den Kindergarten eingeladen Es gibt Kaffee und Kuchen. Clown Toni Toss wird die jüngsten Gäste unterhalten.

Von Hans Moritz

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