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Das Thema Videospiele brachte Moritz Schöpf, der an der TU München Informatik im Fachbereich Games Engineering studiert, den Studenten der Erdinger Kinder-Uni nahe. 

Kinder-Uni der Volkshochschule

Wo man mit Erdbeeren auf Fische schießt

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Erding – Ob auf dem Computer, auf dem Handy oder an der Konsole: Videospiele sind vor allem bei der jüngeren Generation beliebt. Um den digitalen Zeitvertreib drehte sich die letzte Vorlesung in diesem Wintersemester an der Kinder-Uni.

Mit weißen Strichen und Punkten auf schwarzem Hintergrund hat es einst angefangen: Das stilisierte Tennisspiel „Pong“ wurde 1972 zum ersten weltweit populären Videospiel. Inzwischen wandeln Figuren durch unendliche Landschaften, die eigenen Bewegungen werden über eine Kamera auf den Bildschirm übertragen, per Brille reist man virtuell in fremde Welten. Der Videospielmarkt boomt – vor allem bei der jungen Zielgruppe.

Auch die Ministudenten interessierte in der letzten Vorlesung in diesem Wintersemester an der Kinder-Uni brennend, wie eigentlich diese Spiele entstehen. Sie erfuhren alles Wissenswerte – und zwar von einem waschechten Studenten, noch dazu von einem wahren Experten: Moritz Schöpf aus München studiert an der TU München Informatik im Fachbereich Games Engineering. Der 19-Jährige ist im dritten Semester seines Bachelorstudiengangs und hat schon einige Computerspiele entwickelt – einen Eisbären zum Beispiel, der von Scholle zu Scholle hüpft.

Auf Computer, Handy, Tablet oder Konsole haben alle 15 Mädchen und Buben, die der Vorlesung im PC-Raum lauschten, schon mal gespielt – vom Konstruktionsklassiker Minecraft bis zum Landwirtschaftssimulator. Fast alle haben auch schon einmal einen Roboter programmiert, und zwei kleine Studenten entpuppten sich mit ihrem Fachwissen in Sachen Programmiersprache gar als wahre Game-Cracks.

Schöpf blickte zunächst mit den Kindern in die Geschichte der Videospiele – von Spielautomaten und Konsolen über Touchscreens und Gestenerkennung bis hin zum neuesten Schrei, den Virtual-Reality-Brillen. „Das fühlt sich an, als wäre man direkt im Spiel“, wusste ein Mädchen Bescheid.

Doch warum spielt man eigentlich? „Zum einen geht es um Errungenschaften. Man will etwa stärker werden oder besser tanzen können“, erklärte Schöpf. Aber auch der Wettbewerb und die soziale Interaktion mit anderen Spielern übers Internet sowie das Eintauchen in neue Welten und andere Rollen seien Gründe – ebenso wie die Flucht vor Problemen in der echten Welt.

Dabei bringen Videospiele nicht nur Spaß, sondern können auch helfen, erklärte Schöpf zum Erstaunen der Kinder. Um etwa Feuerwehrleute oder Zugführer zu trainieren, setze man Simulatoren ein – im Prinzip nichts anderes als Videospiele. Bei bestimmten Behandlungen könnten die Spiele Patienten von ihren Schmerzen ablenken und nicht zuletzt gehe es auch ums Geldverdienen.

„Dabei fängt kaum ein Programmierer für sein Spiel komplett bei Null an“, erklärte Schöpf. Sie nutzen spezielle Software, von der es manche für private Nutzer sogar gratis zum Download gibt. Für die Vorlesung hatte die Installation des kostenlosen Programms „Unity“ nicht geklappt. Schöpf konnte den Kindern aber per Beamer dennoch zeigen, wie es funktioniert.

Er hatte ein Spiel programmiert, in dem man mit einer Kanone Meteoriten abschießen muss. Zwei Stunden hatte er dafür gebraucht, doch noch fielen die Laserstrahlen einfach zu Boden, die Kanone ließ sich nicht drehen, die Meteoriten explodierten nicht. Mit wenigen Mausklicks war das geändert – ebenso wie auf Wunsch der Kinder die Laserstrahlen in Sternchen und die Meteoriten in Fische.

„Kann man auch mit Erdbeeren auf die Fische schießen?“ wollte ein Mädchen wissen. „Klar, du kannst programmieren, was du willst. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, erklärte Schöpf. Dass die Kinder diesmal nichts selbst ausprobieren konnten, brachte Kinder-Uni-Chefin Eleni Lehner auf die Idee, einen eigenen Programmierkurs anzubieten. Sie will die Verhandlungen mit Schöpf aufnehmen.

Das Sommersemester

der Kinder-Uni startet im März. Alle Infos auch zur Einschreibung für Kinder zwischen sieben und elf Jahren gibt’s auf www.vhs-erding.de, per E-Mail an infoinsel@vhs-erding.de, telefonisch unter (0 81 22) 97 87-0 oder persönlich. Die Gebühr beträgt zehn Euro.

Das Vorlesungsprogramm: 21. März: Wie entstehen Bälle? Referentin: Entwicklungshelferin Kirstin Wolf; 25. April: Wie baut man Häuser? Referent: Kreishandwerksmeister Rudi Waxenberger; 2. Mai: Den Wald trotz vieler Bäume sehen. Referent: Diplom-Forstwirt Heinrich Förster; 20. Juni: Bauchemie. Referent: Chemiker Prof. Dr. Peter Härter.

Zusätzlich findet in der Stadtbücherei Erding am Aeferleinweg eine Rallye zum Thema „Vom Entdecker zum Recherche-Profi“ statt. Termine: Montag, 6./13. Februar, und Freitag, 10./17. Februar, jeweils um 15 Uhr.

Vroni Macht

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