Kinobesuch als Unterricht

Erding - Im Schulhaus lief der Landesentscheid von „Jugend musiziert“. Also ging die berufliche Oberschule Erding am Freitag mit allen Klassen von FOS und BOS in das Cineplex, um sich Filme zu Themen wie Depressionen, Stasi oder Sekten anzusehen.

Hierfür durften die Schüler laut der Pressesprecherin der Schule, Susanne Hack, ihre Favoritenfilme in der Klasse vorschlagen und abstimmen lassen, welcher Film gemeinsam angeschaut wird.

Hack erklärt, wie es zu dem Filmtag gekommen ist: „Dieses Kinoprojekt kam durch ,Jugend musiziert' zu Stande. Es ist auch eine Art Ausweitung der bisherigen Besuche im Kino, bei denen sonst immer nur englische Filme in der Originalfassung gezeigt wurden. Die Themen zu den Filmen sind durch die Vorschläge der Schüler enstanden. So hat man also für einen Film wie ,Vincent will Meer' das Thema Angst oder für ,Der große Crash' die Eurokrise ausgesucht.“

Nach den Filmen gab es entweder Vorträge durch Referenten oder Diskussionsgruppen, die unter anderen von Alfons Kühnstetter (50) geleitet wurden. „Ich finde, dass der Film ,Black Swan' schon ziemlich viel aussagt. Ich möchte deswegen nicht über ihn reden, sondern für die Fragen der Schüler zu dem Thema ,Depression' zur Verfügung stehen“, sagt Kühnstetter. Er ist Sozialpädagoge bei der Erdinger Caritas, arbeitet dort mit Personen, die an psychotischen Krankheiten leiden, und kennt sich deshalb bestens in diesem Themengebiet aus.

Fragen wie „Sind psychische Krankheiten vererbbar?“ und „Wie kann ich Betroffenen helfen?“ wurden bei der Diskussion laut und von dem Sozialpädagogen beantwortet. So gebe es zum Beispiel noch keine Erklärungen, wie diese psychischen Störungen entstehen. Falls Freunde oder Verwandte tatsächlich an Depressionen erkranken sollten, sei es am besten, den Betroffenen darauf aufmerksam zu machen, damit sich dieser professionelle Hilfe suchen kann.

Die 17-Jährige FOS-Schülerin Susanna Hart ist von diesem Projekt positiv überrascht: „Ich fand es gut, weil es mal etwas anderes war. Auch die Gruppendiskussion war interessant und verständlich, da Alfons Kühnstetter alle Fragen gut beantwortet hat.“ Zum Film ,Black Swan' meint die Schülerin: „Bei diesem Film kann man nicht wirklich sagen, dass er gut oder schlecht ist, da er eher zum Nachdenken anregt als zu unterhalten. Außerdem war mir nicht bewusst, dass man durch Druck im Job solche Wahnvorstellungen bekommen kann. Aber der Film ist gut gemacht und hat tolle Schauspieler.“ corinna Jilg

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