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Feierten einen großen Erfolg in Erding: Regina Doll-Veihelmann (l.) und Catharina Seidel.

„Klavier im Doppelpack“

Klanggewitter im Doppelpack

Altenerding – Die Posaunen vor Jericho haben Konkurrenz bekommen: Zwei Frauen, Regina Doll-Veihelmann und Catharina Seidel, ließen am Samstag ein Klanggewitter über die Erdinger niedergehen, das mit dem gewaltigen alttestamentarischen Zerstörungswerk mithalten konnte. Nur, dass die Erdinger es genossen haben.

„Klavier im Doppelpack“ – so lautete die Überschrift zum Konzert, das schon durch die Instrumentierung etwas Besonderes war. Zwei Konzertflügel hatten die Organisatoren vom Orgelbauverein in den Altarraum der Auferstehungskirche Altenerding geschoben. Pfarrer Martin Schwenk freute sich: „Das ist ein Kunstgenuss der Extraklasse.“ Wolfgang Fritz vom Orgelbauverein konnte sein Glück kaum fassen: „Es ist ein schöner Anblick. Ein volles Haus, praktisch ausverkauft.“ Dann ging er auf den Zweck des Konzerts ein: „Durch Ihr Kommen tun Sie Gutes, auch im Doppelpack.“ Damit meinte Fritz die Unterstützung der Finanzierung der neuen Orgel für die Erlöserkirche in Klettham, die mit rund 300 000 Euro zu Buche schlagen wird, von denen allerdings schon 130 000 Euro angespart sind.

Das Konzert machte Lust auf Mehr, zumal die Gäste eine kleine Uraufführung erlebten: Wolfgang Doll, der Bruder einer der beiden Pianistinnen, hatte ihnen mit „Shanghai“ eine Suite in drei Sätzen auf den Leib komponiert. Dieses Werk ist in Erding noch nie gespielt worden. Regina Doll-Veihelmann verriet, dass es bisher nur einmal in München aufgeführt worden sei. Es war über Strecken von jener Gewalt, die an biblische Ereignisse erinnern mochte. Die Mauern der Kirche aber blieben stehen. Und das Publikum feierte die beiden Musikerinnen geradezu frenetisch. Die Frauen verstehen sich. Das machte das Konzert deutlich. Das eine Klavier gab zuweilen das Motiv vor, das andere antwortete, um dann, Minuten später, wieder zum großen Gemeinsamen anzuschwellen.

Das liebevoll zusammengestellte weitere Programm tat ein Übriges zum Erfolg des Konzerts, etwa der „Willkommenstanz“ von Aram Katschaturijan am Schluss des offiziellen Programms, der durchaus als Einladung zu den weiteren Veranstaltungen, die schon auf dem Programmzettel vermerkt waren, gelten durfte. So kommt am Sonntag, 17. April, Anna-Maria Gieron in die Kirche zu einem Kantaten-Gottesdienst mit „Jauchzet Gott in allen Landen“ von Johann Sebastian Bach.

Klaus Kuhn

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