Klinik Dorfen: Chirurgischer Nothilfe droht das Aus

Dorfen - Die ärztliche Versorgung im östlichen Landkreis steht vor einem schmerzlichen Wandel. Die chirurgische Nothilfe in der Dorfener Klinik soll aufgelöst werden.

Die Dorfener Klinik hat einen ausgezeichneten Ruf - bei Patienten und Ärzten. Die Fachklinik für innere Medizin stellt die umfassende Grund- und Regelversorgung von Patienten aus dem gesamten östlichen Landkreis sicher. Darüber hinaus werden bisher auch Patienten mit chirurgischen Erkrankungen durch die ambulante Nothilfe fachgerecht versorgt. Doch diese Nothilfe wird es wohl nicht mehr lange geben.

Nach Informationen der Heimatzeitung soll die chirurgische Ambulanz zum Monatsende ersatzlos geschlossen werden. Die Nothilfe wird bislang von den beiden Ärzten Dr. Erich Ertl und Dr. Bertram Arendt in Räumen der Klinik betrieben. Immer wochentags ab 18 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen wird so sichergestellt, dass Menschen mit kleineren Verletzungen und Wunden, aber auch etwa Zeckenbissen und anderes eine adäquate chirurgische Versorgung erwarten können.

Vor allem der Notfallmediziner Arendt hat sich immer für eine Anlaufstelle in der Klinik in Notfällen stark gemacht. Auf sein Engagement geht es auch maßgeblich zurück, dass in Dorfen seit 2006 an der Klinik ein Notarztstandort eingerichtet wurde. Damit schien auch die chirurgische Ambulanz gesichert. Arendt bestätigte gestern unserer Zeitung, dass die Ambulanz im Bestand akut gefährdet sei. Derzeit liefen mit dem Landratsamt zwar noch Gespräche, aber eine Lösung sei noch nicht in Sicht.

Über die Gründe wollte sich Arendt nicht dezidiert äußern. Es sei aus seiner Sicht aber nicht mehr möglich, die chirurgische Ambulanz so wie bisher weiterzuführen. „Man muss das auf vernünftige Beine stellen“, so Arendt, der vor allem auf verwaltungs- und abrechnungstechnische Probleme hinwies, die von ihm und seinen Kollegen nicht mehr geleistet werden könnten.

Er betonte aber, dass von einer Schließung der chirurgischen Ambulanz der Notarztdienst in Dorfen nicht betroffen wäre. Für die Bürger aus Dorfen und dem Umland wäre das Aus der Ambulanz ein einschneidender Wandel in der medizinischen Versorgung. Sie müssten dann mit kleinere Verletzungen wie etwa Schnitte im Finger oder Kopfplatzwunden bis nach Erding, Landshut oder Mühldorf fahren, um medizinisch versorgt werden zu können. Das würden viele Bürger wohl nicht verstehen, da die Dorfener Klinik ja in den vergangenen Jahren mit Millionenaufwand renoviert und modernisiert wurde.

Es liegt nahe, dass die Bürger ein Serviceangebot wie eine chirurgische Grundversorgung außerhalb der gängigen Praxiszeiten erwarten. Zumal auch Landrat Martin Bayerstorfer mehrmals in der Vergangenheit betont hat, das Angebot der Klinik nicht zurückschrauben zu wollen.

Weder vom Direktorium des Kreiskrankenhauses Erding noch vom Landratsamt war gestern eine Stellungnahme zu bekommen. Man müsste sich erst abstimmen, sagte Landratsamtssprecher Matthias Huber auf Anfrage unserer Zeitung.

(Anton Renner)

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