Über 770 Parkplätze verfügt das Klinikum derzeit, an vielen Tagen viel zu wenig. Nun soll vor dem Krankenhaus ein mehrstöckiges Parkdeck für 500 weitere Autos entstehen. Der Baubeginn ist aber noch offen.
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Über 770 Parkplätze verfügt das Klinikum derzeit, an vielen Tagen viel zu wenig. Nun soll vor dem Krankenhaus ein mehrstöckiges Parkdeck für 500 weitere Autos entstehen. Der Baubeginn ist aber noch offen.

500 zusätzliche Stellplätze – Dialyse in einem Neubau – Schlechte Januar-Bilanz

Klinikum Erding bekommt ein Parkhaus

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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In den nächsten Jahren soll das Klinikum Erding weiter ausgebaut werden. Geplant sind eine neue Hauptabteilung Urologie, eine erweiterte Dialyse und ein Parkhaus.

Erding – Das Klinikum Erding soll in den nächsten Jahren unter anderem eine neue Hauptabteilung Urologie und eine erweiterte Dialyse bekommen. Damit steigt der Parkdruck rund um das Krankenhaus an der Bajuwarenstraße. 770 Stellplätze gibt es derzeit. „Doch die sind vor allem in den Wintermonaten und bei schlechtem Wetter schnell belegt“, sagte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) im Krankenhausausschuss. Er kündigte den Bau eines mehrgeschossigen Parkdecks über dem Parkplatz vor der Klinik an. Zum Baubeginn wurde noch nichts bekannt. Es gibt auch noch keinen Bauantrag an die Stadt.

Zur erweiterten Dialyse-Station erklärte Bayerstorfer, dass die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen. Der Ausschuss legte sich auf einen Neubau auf dem Klinikgelände fest, wohl zwischen Bettentrakt und Personalwohngebäude. Aktuell gibt es zehn Plätze für die Blutwäsche, nach der Erweiterung sollen es laut Landrat „mindestens 24 sein“. Hier arbeitet das Klinikum mit dem Freisinger Kuratorium für Heimdialyse (KfH) zusammen.

Coronabedingt befindet sich das Krankenhaus in schwerer See. Direktor Dr. Dirk Last berichtete, dass im Januar nur 964 Patienten stationär aufgenommen worden seien, 25,3 Prozent weniger als geplant und 24,2 Prozent Minus im Vergleich zum Januar 2020. Damals war Corona erst im Anzug. Immerhin hat sich die Erlössituation pro Patient verbessert, der so genannte Case-Mix-Index, der im Vergleich zum Plan um 7,9 Prozent und zum Vorjahr um 18,8 Prozent gestiegen ist. Konkret heißt das: Jeder Patient erbrachte im Schnitt eine Vergütung von rund 3300 Euro. Stellvertretender Klinikumschef Martin Kornhaas sagte unserer Zeitung: „Diese Steigerung liegt daran, dass viele Patienten mit leichteren Erkrankungen wegen Corona derzeit nicht kommen, und wir vor allem die schweren Fälle sehen.“

Zur saisonuntypisch schlechten Auslastung von rund 60 Prozent erklärte Last, dass unter anderem die typischen Wintererkrankungen wie die Virusgrippe heuer fast vollständig ausfielen. Auch hätten zeitweise alle planbaren Eingriffe abgesagt werden müssen. Mittlerweile seien sie zumindest teilweise wieder möglich.

Wegen der Pandemie kann das Klinikum zudem nicht alle Betten belegen, außerdem gelten besondere Hygienevorschriften. Allerdings bekommt das Klinikum nach den Worten des Direktors keine Staatshilfen mehr, seit die Inzidenz vor sechs Wochen unter 70 gefallen ist. „Das bedeutet für uns einen Minderertrag von 250 000 Euro pro Woche, ein sehr schmerzlicher Verlust.“ Er hoffe wie 2020 auf einen Ganzjahresausgleich, der aber das Minus nicht komplett ausgleichen werde. In dieser problematischen Lage befänden sich derzeit nahezu alle Kliniken in Deutschland.

Pflegedirektorin Michaela Zylka kündigte eine neue Kooperation mit der Katholischen Stiftungshochschule München an. Deren Studierende können in Erding einen Teil der praktischen Ausbildung absolvieren. „Ziel eines Pflegestudiums ist immer, neueste Erkenntnisse in die tägliche Pflegearbeit zu integrieren und so das System zu verbessern“, so Zylka im Ausschuss. Hintergrund sei die neue Pflegeausbildung und die Möglichkeit, diesen Beruf auch zu studieren: „Wir wollen die Absolventen dann möglichst für unser Haus gewinnen.“

Beschlossene Sache ist laut Bayerstorfer die Auflösung des Kuratoriums, das in den Verein „Freunde und Förderer des Klinikums Erding“ übergehen soll. „Damit wollen wir das Signal senden, dass der gesamte Landkreis hinter unserem eigenen Krankenhaus steht.“ Bürger und Firmen könnten Mitglied werden. Nun sollen ein Vorstand und ein Vorsitzender gesucht werden.

Hans Moritz

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